Wertheimer Gemälde sind in Potsdam zu sehen
Stiftungssammlung bereichert Impressionismus-Ausstellungen
Im Museum Barberini in Potsdam wurde Ende Februar die Sonderausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ feierlich eröffnet. Rund 60 Leihgeber aus ganz Europa waren zu einem exklusiven Preview eingeladen, darunter auch Stefanie Arz als Vertreterin der Stiftung Schlösschen im Hofgarten Wertheim. Gleich drei Werke der Stiftung sind derzeit in Ausstellungen im Museum Barberini und im Potsdam Museum zu sehen.
Zur Ausstellungseröffnung führte Museumsdirektorin Dr. Ortrud Westheider gemeinsam mit Kuratorin Elena Pavlova durch die neue Schau. Das Programm für die Leihgeber umfasste außerdem ein auf Max Liebermanns Garten abgestimmtes vegetarisches Menü sowie eine Stadtführung mit Besuch von Schloss Sanssouci.
Das Barberini Museum präsentiert in seiner ständigen Sammlung die Werke bedeutender französischer Impressionisten, darunter Claude Monet, Paul Signac, Henri-Edmond Cross und Alfred Sisley. Die Sonderausstellung stellt diesen Arbeiten nun Werke des deutschen Impressionismus gegenüber.
Die Stiftung Schlösschen im Hofgarten ist mit Maria Slavonas „Stillleben vor rotem Hintergrund“ (1911) in der Ausstellung vertreten. Ihr Werk zeigt die charakteristische kräftige Farbigkeit der Künstlerin, die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland bestens vernetzt und bereits zu Lebezeiten erfolgreich war. Das Arrangement des Stilllebens verweist auf die französische Moderne und erinnert gleichzeitig an die intensiven Farbkontraste eines Vincent van Gogh. Besonders eindrucksvoll wird dies in der Präsentation im Museum Barberini: Slavonas Werk hängt neben einem weiteren ihrer Stillleben mit blauem Hintergrund. So wird ihre Liebe zu farblichen Gegensätzen besonders anschaulich. Die Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ im Museum Barberini läuft noch bis 7. Juni.
Nur wenige Schritte vom Barberini entfernt liegt das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte. Hier läuft die Ausstellung „Theo von Brockhusen. Farben im Licht. Künstler des deutschen Impressionismus“, zu der die Stiftung Schlösschen im Hofgarten mit zwei Gemälden beiträgt: Brockhusens „Hafeneinfahrt von Nieuwpoort“ und „Veranda mit Papagei“ von Emil Pottner. Die Ausstellung ist noch bis 22. März zu sehen.
Theo von Brockhusen fiel schon zu Lebzeiten durch seinen Malduktus auf. Vincent van Gogh war ein Zeitgenosse und zugleich wichtiges malerisches Vorbild für Theo von Brockhusen. In einer Ausstellung der Berliner Secession im Jahr 1913 wurde eines seiner Gemälde neben einem Werk van Goghs präsentiert. Diese Nachbarschaft führte dazu, dass Brockhusen im Berliner Kunstkreis scherzhaft den Spitznamen „van Goghhusen“ erhielt. Sehr viele seiner rund 200 Bilder beeindrucken durch das dicke Auftragen der Ölfarbe auf die Leinwand, wodurch bewegte und lebendige Landschaftsszenen entstehen.
Neben seinen eigenen Bildern besticht die Brockhusen-Ausstellung im Potsdam Museum durch Werke von Künstlern seines persönlichen künstlerischen Umfeldes. So war auch das Bild von Emil Pottner aus der Wertheimer Stiftungssammlung von großem Interesse für diese Ausstellung. Der jüdische Künstler war vor allem bekannt als „Kunsttöpfer“, wie er sich selbst bezeichnete. Die Präsentation zeigt deshalb seine einzigartigen, großen Keramiken aus der Vogelwelt in Kombination mit dem Gemälde aus Wertheim, das dort in einem schlichten Rahmen zu sehen ist.
Beide Museen liegen am spektakulär rekonstruierten Alten Markt, dem historischen Zentrum Potsdams. Mit seiner beeindruckenden Stadtgeschichte und den hochkarätigen Sonderausstellungen bietet sich ein Besuch Potsdams nicht nur für Kulturinteressierte an.

