Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt schützen
Thema im Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention
Der Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention kam im Wertheimer Rathaus zu seinem regelmäßigen Austausch zusammen. Dem Arbeitskreis gehören Vertreterinnen und Vertretern von Kommunalpolitik, Polizei und Stadtverwaltung sowie Fachleute aus der Kinder- und Jugendarbeit sowie von Beratungsstellen an. Unter der Leitung von Fachbereichsleiterin Ina Nolte befasste sich die Runde mit aktuellen Themen der Präventionsarbeit, des Kinderschutzes und der Suchtberatung.
Zu Beginn stellte Lena Schenkel von der Kontaktstelle gegen sexuelle Gewalt des Caritasverbands im Tauberkreis die Arbeit ihrer Einrichtung vor. Das Thema war als Schwerpunkt in die Sitzung aufgenommen worden, nachdem Jugendliche es im Jugendbeteiligungsformat “Jugend trifft Politik“ unter dem Leitgedanken „Mein Körper, meine Regeln“ adressiert hatten. Die Jugendlichen machten dadurch deutlich, wie wichtig Aufklärung, Selbstbestimmung und der Schutz vor Grenzverletzungen für sie sind. Lena Schenkel zeigte in einem Impulsvortrag die Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte sowie verschiedene Präventionsmaßnahmen auf und betonte, wie wichtig der Schutz von Kindern und Jugendlich gegen sexuelle Gewalt ist.
Im Anschluss berichtete Stephanie Eck von der Schulsozialarbeit des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Wertheim über die Ausstellung „Echt Klasse“, die anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Aktionskreises Sucht- und Gewaltprävention, Sicherheit und Gesundheitsförderung im Main-Tauber Kreis vom 12. Oktober bis 4. November am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu Gast ist. Die Ausstellung vermittelt Kindern und Jugendlichen von der dritten bis zu sechsten Klasse altersgerecht wichtige Botschaften zu Selbstbestimmung, dem Setzen persönlicher Grenzen sowie dem Schutz vor sexuellem Missbrauch. An sechs Stationen werden die Kinder und Jugendliche für den Schutz vor sexuellen Übergriffen sensibilisiert.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Bericht von Rouven Müller von der Suchtberatung im Main-Tauber-Kreis, einer Anlaufstelle für Suchtgefährdete, Suchtkranke und deren Angehörige. Rouven Müller schilderte aktuelle Entwicklungen beim Drogenkonsum. Er wies beispielsweise darauf hin, dass der Straßenpreis von Kokain in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sei und dadurch der Konsum zugenommen habe. Zudem werde vermehrt Mischkonsum beobachtet, bei dem verschiedene Substanzen kombiniert werden. Er betonte, dass neben illegalen Drogen auch weiterhin die Risiken der legalen Suchtmittel Alkohol und Nikotin nicht unterschätzt werden dürfen. Umso wichtiger seien eine frühzeitige Aufklärung, ein offener Dialog mit Jugendlichen sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Polizei.
Der Arbeitskreis Sucht- und Gewaltprävention in Wertheim ist eine wichtige Plattform für die Vernetzung der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure aus Schulen, Jugendhilfe, Beratungseinrichtungen, Gesundheitswesen und Verwaltung. Gerade bei sensiblen und komplexen Themen wie Suchtprävention, Kinderschutz oder sexueller Gewalt erleichtert der regelmäßige Austausch die Zusammenarbeit und ermöglicht es, Herausforderungen frühzeitig gemeinsam anzugehen. Obwohl die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen bereits sehr gut funktioniert, trägt der Arbeitskreis dazu bei, bestehende Kontakte zu vertiefen, Informationen zu bündeln und gemeinsame Handlungsansätze weiterzuentwickeln.
