Katholische Kirche und Nationalsozialismus

Hybrid-Vortrag des Archivverbunds am 21. Mai

Unterschriftensammlung gegen die Versetzung von Stadtpfarrer Bär im Jahr 1939. Vorlage: Erzbischöfliches Archiv Freiburg

Das Verhältnis von katholischer Kirche und Nationalsozialismus in Baden und Wertheim ist Thema des nächsten Vortrags des Archivverbunds Bronnbach. Er findet am Donnerstag, 21. Mai, um 19.30 Uhr als Präsenzveranstaltung im Archiv in Bronnbach und online statt. Referent ist Dr. Joachim Bürkle.

Der Vortrag untersucht das Verhältnis von katholischer Kirche und nationalsozialistischem Staat aus diözesangeschichtlicher Perspektive. Er stellt zentrale Konfliktfelder zwischen der Freiburger Diözese (kirchliche Hierarchie, Klerus, gläubige Katholiken) und dem nationalsozialistischen Regime dar. Dabei werden die Bereiche Schule, Erziehung, Kult und Religiosität ebenso behandelt wie die Positionierung in ethischen Konfliktpunkten (Eugenik, Judenverfolgung etc.). Ein einseitiger Dualismus von "Kreuz und Hakenkreuz" wird insbesondere mit Blick auf den Diskurs um Erzbischof Gröber hinterfragt. 

Der lokal- und regionalgeschichtliche Blick auf die kirchliche Situation in der Gemeinde Wertheim und auf die Auseinandersetzung des katholischen Pfarrers Karl Bär mit dem NS-Regime soll einen exemplarischen Einblick in Lebenswelt und Mentalität des badischen Katholizismus der NS-Zeit geben. Zugleich sollen die Wertheimer Ereignisse in die gesamtdeutschen und -kirchlichen Dynamiken eingeordnet werden.

Dr. Joachim Bürkle studierte von 2011 bis 2018 Geschichte, Latinistik, katholische Theologie und Erziehungswissenschaften in Würzburg, Siena und Paris (Sorbonne). Anschließend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit in Würzburg. 2024 promovierte er zum Dr. theol. Seit dem Wintersemester 2025/26 ist er Vertreter der Professur für Historische Theologie an der Universität zu Köln-

Die Veranstaltung findet hybrid statt, also vor Ort im Archivverbund Main-Tauber in Bronnbach und online. Zur Online-Teilnahme führt der Direktlink