Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

Stadt priorisiert Standorte mit hohem Gefahrenpotenzial

Absperrbänder an Bäumen warnen vor dem Eichenprozessionsspinner, hier am Waldfriedhof Bestenheid. Foto: Stadt Wertheim

Auf dem Waldfriedhof warnen Absperrbänder an Bäumen vor dem Eichenprozessionsspinner. In wenigen Tagen macht sich eine Spezialfirma im Auftrag der Stadt an die Entfernung der Schmetterlings-Raupe, die bekanntlich Juckreiz, Hautausschlag und Atemprobleme auslösen kann. 

„Wir müssen die Priorität auf die Behandlung von Eichen mit sehr hohem Gefahrenpotenzial setzen,“ erläutert Umweltbeauftragter Simon Valkov. „Das sind Bäume an Schulen und Kitas, in der Nähe des Krankenhauses, an Spiel- und Sportplätzen sowie an Friedhöfen.“

Die vom Eichenprozessionsspinner (EPS) befallenen Bäume werden mit einem speziellen Absperrband mit Warnhinweis auf etwa ein Meter Stammhöhe markiert, so dass diese Bäume schnell wahrgenommen werden. Die Beseitigung der Raupen und Nester erfolgt im Auftrag der Stadt durch zwei externe Spezialunternehmen und nur an den genannten sensiblen öffentlichen Orten. An sonstigen öffentlichen Grünflächen, entlang von Geh-, Radwegen oder Straßen werden keine Maßnahmen ergriffen. „Das übersteigt unsere Kapazitäten in finanzieller und personeller Hinsicht. Auch die Spezialfirmen sind ausgelastet,“ erläutert Simon Valkov. Um den Befall einzudämmen, werde die Stadtverwaltung im nächsten Jahr wieder verstärkt Präventivmaßnahmen aufnehmen.

Bundes- und landesweit hat die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners stark zugenommen. Die Raupen leben vor allem an Eichen und bewegen sich in langen Prozessionen – daher der Name – an den Ästen entlang. Gefährlich sind sie für Mensch und Tier wegen ihrer Brennhaare, die Hautreizungen oder im schlimmsten Fall allergische Schocks auslösen können. Die risikoreiche Phase dauert noch bis Juli. Nach dem Raupenstadium verpuppen sich die Tiere und werden zu – ungefährlichen – Schmetterlingen. Weitergehende Informationen gibt es auf der Homepage des Umweltbundesamts unter https://www.umweltbundesamt.de/eichenprozessionsspinner.

Umweltbeauftragter Simon Valkov gibt Hinweise, wie Bürgerinnen und Bürger sich schützen können oder was im Fall eines Kontakts zu tun ist:
• Achten Sie auf aktuelle Warnhinweise. Fundorte des EPS im öffentlichen Raum sind in der Regel mit EPS-Absperrband gekennzeichnet. 
• Betreten Sie befallene Gebiete von Mitte Mai bis Ende Juli möglichst nicht. 
• Meiden Sie die Nähe von Eichenbäumen. Das gilt für sämtliche heimische und nicht heimische Eichenarten.
• Stehen Eichen im unmittelbaren Wohnumfeld, halten Sie bei windigem Wetter möglichst die Fenster geschlossen.
• Berühren Sie weder Raupen noch Gespinste. 
• Entfernen Sie die Nester auf keinen Fall eigenhändig, auch nicht im privaten Garten.  (hierfür gibt es Spezialfirmen). 
• Waschen Sie bei Kontakt schnellstmöglich Ihre Kleidung und Ihre Haut und Haare. 
• Suchen Sie bei Symptomen (juckende rote Flecken) einen Arzt auf. 
• Rufen Sie bei schweren Reaktionen wie Atemnot oder Asthma den Rettungsdienst. 

Wer den Befall von Eichenprozessionsspinnern festgestellt hat, kann dies mit Angabe von Ort, Straße, Hausnummer und eventuell genauer Lagebeschreibung melden. Ansprechpartner ist Umweltbeauftragter Simon Valkov im Referat Stadtplanung, Umwelt- und Klimaschutz, E-Mail: Simon.Valkov@wertheim.de, Telefon 09342 / 301-498. Die Verwaltung prüft dann, welche Priorität der Standort hat und was über die Markierung hinaus zu veranlassen ist.