Internationale Fachkräfte gewinnen und integrieren

Thema beim fünften Arbeitskreistreffen „Jobmotor 2028“

Den Weg ausländischer Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt erläuterte Thomas Neichel von der Ausländerbehörde der Stadt. Foto: Stadt Wertheim

Wertheim. Die Fachkräfteinitiative „Jobmotor 2028“ der Stadt Wertheim hat ihre Arbeit fortgesetzt. Zum fünften Arbeitskreistreffen kamen Anfang März im Sitzungssaal des Rathauses 24 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Handel, Gesundheit, Handwerk und Dienstleistung zusammen. Diesmal ging es um die Rekrutierung internationaler Fachkräfte aus Nordafrika, um rechtliche Rahmenbedingungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt sowie digitale Unterstützungsangebote für Zugewanderte.

Ulrike Müller, stellvertretende Referatsleiterin Wirtschaftsförderung, Standortmarketing sowie Projektverantwortliche der Initiative, berichtete kurz über den Sachstand zum Thema „Wohnen“, das beim vorherigen Arbeitskreistreffen im Mittelpunkt gestanden hatte. Inzwischen habe es Gespräche mit potenziellen Investoren gegeben, zudem seien mögliche Flächen für ein gemeinschaftliches Wohnraumprojekt geprüft worden. Es hätten sich erste konkrete Umsetzungsansätze ergeben, die man in der nächsten Sitzung vorstellen könne.

Fabian Krüger, Geschäftsführer des Unternehmens „Neue Fachkräfte“, Stuttgart, stellte Möglichkeiten der internationalen Fachkräftegewinnung aus Nordafrika vor. Das Unternehmen hat sich auf die Rekrutierung von Auszubildenden und Fachkräften aus Drittstaaten spezialisiert und begleitet Betriebe von der Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten über Visa- und Verwaltungsprozesse bis zur Integration im Unternehmen. Krüger berichtete aus der Praxis und stellte unter anderem die Recruiting-Messe „CORP Village“ vor, die Ende März in Tunis stattfindet. Dort erhalten deutsche Unternehmen die Möglichkeit, direkt mit qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern aus Tunesien in Kontakt zu treten.

Über die Gewinnung von Fachkräften aus Nordafrika informierte beim Treffen der Fachkräfteinitiative „Jobmotor 2028“ Fabian Krüger vom Stuttgarter Unternehmen „Neue Fachkräfte“. Foto: Stadt Wertheim

Einblicke in die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen gab Thomas Neichel von der Abteilung Integration, Migration (Ausländerbehörde) der Stadt Wertheim. In seinem Vortrag „Der Weg ausländischer Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt – Verfahren, Zuständigkeiten und kommunale Unterstützungsansätze“ erläuterte er die unterschiedlichen Zugangswege für EU-Bürgerinnen und -Bürger, Drittstaatsangehörige und Geflüchtete. Es wurde deutlich, dass der jeweilige Aufenthaltsstatus maßgeblich über den Zugang zum Arbeitsmarkt entscheidet und Unternehmen bei der Einstellung internationale rechtliche Vorgaben berücksichtigen müssen. Neichel ging auf typische Praxisfragen ein – etwa zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse, zu Sprachkenntnissen oder zu Bearbeitungszeiten bei Behörden – und gab Hinweise, wie Unternehmen Verfahren frühzeitig vorbereiten und strukturieren können. Es wurde vereinbart, dass die Stadt den Betrieben eine kompakte Checkliste zur Verfügung stellt, die den Ablauf bei der Einstellung internationaler Fachkräfte transparenter machen soll.

Abgerundet wurde das Arbeitskreistreffen durch einen Beitrag von Helene Pilsner, Integrationsmanagerin der Stadt Wertheim. Sie stellte die Integreat-App vor, die seit Anfang 2025 in Wertheim im Einsatz ist und Zugewanderten eine digitale Orientierung im Alltag bietet. Die App bündelt Informationen zu Themen wie Behörden und Ämter, Wohnen, Gesundheit, Deutsch lernen oder Ausbildung und Arbeit und steht in mehreren Sprachen sowie in leicht verständlicher Sprache zur Verfügung. Ziel ist es, neu Zugewanderten den Start in der Stadt zu erleichtern und gleichzeitig Unternehmen bei der Integration neuer Mitarbeitender zu unterstützen.

In der anschließenden Diskussion wurde erneut deutlich, dass die Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte für viele Unternehmen zunehmend wichtig werden. „Der Austausch im Arbeitskreis zeigt, wie hilfreich es ist, Unternehmen, Verwaltung und weitere Partner miteinander zu vernetzen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, betonte Ulrike Müller. „Gerade beim Thema internationale Fachkräfte profitieren alle Beteiligten von praktischen Erfahrungen, transparenten Informationen und kurzen Kommunikationswegen.“

Das nächste Arbeitskreistreffen ist im Herbst 2026 geplant.

Informationen zur Fachkräfteinitiative „Jobmotor 2028“ gibt es auf der Homepage der Stadt Wertheim unter www.wertheim.de/jobmotor2028.  Ansprechpartnerin im Referat Wirtschaftsförderung, Standortmarketing ist Ulrike Müller, Telefon 09342 / 301-122, E-Mail: ulrike.mueller@wertheim.de.