Gemeinschaftsschule soll auf den Reinhardshof umziehen
Machbarkeitsstudie bestätigt möglichen Umbau des Schulgebäudes
Die Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule Wertheim soll künftig auf den Reinhardshof untergebracht werden. So sieht es das Schulentwicklungskonzept der Stadt vor. Nun hat der Ausschuss für Bauwesen und Umwelt dem Gemeinderat einstimmig empfohlen, einen entsprechenden Grundsatzbeschluss zu fassen. „Wir beschließen damit noch nicht die Baumaßnahme, aber wir geben die Richtung vor“, sagte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez.
Grundlage der Beratung war eine Machbarkeitsstudie, die der Architekt und Stadtplaner Daniel Schönle aus Stuttgart gemeinsam mit Dr. Otto Seydel vom Institut für Schulentwicklung in Überlingen erarbeitet hat. Schönle stellte die Ergebnisse dem Gremium vor. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die ehemalige Grund- und Hauptschule auf dem Reinhardshof grundsätzlich für die geplante Nutzung als Gemeinschaftsschule geeignet ist.
Ausgehend von prognostizierten Schülerzahlen zwischen 300 und 325 Schülerinnen und Schülern in den kommenden Jahren wurde ein Gesamtflächenbedarf von rund 2.983 Quadratmetern ermittelt. Das bestehende Gebäude verfügt derzeit über etwa 2.002 Quadratmeter Nutzfläche, sodass zusätzliche Flächen erforderlich sind. Diese sollen durch die Aufstockung eines Gebäudeteils in Holzbauweise geschaffen werden. Dies sei, so Christian Melzer, Leiter des Referats Hochbau der Stadtverwaltung, „problemlos möglich“.
Damit kann die vorhandene Bausubstanz weitgehend erhalten und zugleich an die Anforderungen einer modernen Gemeinschaftsschule angepasst werden. Als bevorzugte Lösung wurde ein sogenanntes Vierer-Cluster-Modell entwickelt. Dabei gruppieren sich jeweils vier Klassenräume um gemeinsame Lern- und Differenzierungsbereiche, die flexibel für Projekte, Gruppenarbeiten und individuelles Lernen genutzt werden können.
Auch der Sportunterricht spielte in den Beratungen eine wichtige Rolle. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass die Schülerinnen und Schüler ausreichend Sport treiben können“, betonte Oberbürgermeister Herrera Torrez. Deshalb habe die Verwaltung verschiedene Möglichkeiten geprüft. Da eine Mitnutzung der Sporthalle der Hochschule der Polizei nach derzeitigem Stand nicht möglich erscheint, schlägt die Verwaltung vor, den überwiegenden Teil des Sportunterrichts in der Waldsporthalle Dörlesberg durchzuführen. Hierfür soll ein Bus-Shuttle eingerichtet werden. Nach den Berechnungen der Verwaltung wäre diese Lösung deutlich wirtschaftlicher als der Neubau einer eigenen Sporthalle.
Diese Lösung erscheint grundsätzlich umsetzbar, berichtete Fachbereichsleiter Armin Dattler von ersten Gesprächen in Dörlesberg. Es bedürfe aber noch entsprechende Regelungen und Abstimmungen. Auch Rektor Lothar Fink sprach von einer „insgesamt guten Planung“, sah im weiteren Verfahren aber noch Klärungsbedarf beim Thema Sportunterricht.
Für den Schulumbau wird derzeit mit Gesamtkosten von rund zwölf Millionen Euro gerechnet. Dem stehen erwartete Fördermittel von insgesamt etwa 6,1 Millionen Euro aus verschiedenen Programmen gegenüber. Nach aktuellem Stand müsste die Stadt somit rund 5,9 Millionen Euro selbst aufbringen. Ein vollständiger Neubau würde nach ersten Schätzungen rund 25 Millionen Euro kosten und damit deutlich höhere Investitionen erfordern
Über den Grundsatzbeschluss und das weitere Vorgehen entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung am 12. Oktober. Mit einem positiven Beschluss wird die Verwaltung beauftragt die Planungen zu konkretisieren und die notwendigen Förderanträge vorzubereiten.
