Gemeinsame Initiative für vapefreie Schulumgebung
Auftakttreffen der Arbeitsgruppe / Prävention und Aufklärung
Mit einem Auftakttreffen unter Leitung von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez hat die Stadt Wertheim die Arbeitsgruppe „Vapefreie Schulumgebung“ gestartet. Ziel ist es, gemeinsam Lösungsansätze gegen den zunehmenden Konsum von EZigaretten im schulischen Umfeld zu entwickeln.
Ausgangspunkt der Initiative waren Hinweise und Beschwerden aus der Elternschaft, insbesondere aus dem Umfeld der Comenius-Realschule, die auf eine starke Zunahme des Vape-Konsums hindeuten. Der Gemeinderat hatte sich im März mit der Problematik ausführlich befasst und war dem Vorschlag der Verwaltung, Gegenstrategien in einer Arbeitsgruppe zu entwickeln, einstimmig gefolgt.
Die Arbeitsgruppe ist breit angelegt. Vertreten sind Schulen, Elternvertretungen, Schülerinnen und Schülern, Polizei, Jugendhilfe, Suchtberatung, Politik sowie weitere Akteure. In der Auftaktsitzung wurde schnell deutlich, dass es sich nicht um ein einzelnes schulisches Problem handelt, sondern um eine Entwicklung, die letztlich alle Schularten betrifft. Der Konsum von Vapes unter Jugendlichen hat deutlich zugenommen und ist häufig schwer zu kontrollieren. Die unauffällige Nutzung sowie die einfache Verfügbarkeit - etwa über Automaten oder informelle Vertriebswege - erschweren eine wirksame Eindämmung. Die rechtlichen Handlungsmöglichkeiten der Kommunen, das wurde im Arbeitskreis nochmals dargelegt, sind derzeit begrenzt.
Die Teilnehmer verständigten sich darauf, zunächst ein gemeinsames Problembild zu erarbeiten und einen sogenannten „schulnahen Schutzraum“ zu definieren. Dieser umfasst neben dem Schulgelände auch angrenzende Bereiche wie Schulwege, Bushaltestellen sowie regelmäßig von Schülerinnen und Schülern frequentierte Orte im direkten Umfeld der Schulen. Ziel ist es, diese Bereiche möglichst frei von Vapekonsum und -verkauf zu halten.
Neben ordnungsrechtlichen Grenzen wurde insbesondere die Bedeutung von Prävention und Aufklärung hervorgehoben. Eine zentrale Rolle kommt dabei den Eltern zu, deren Einfluss auf das Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen als besonders wichtig eingeschätzt wird. Hier will die Arbeitsgruppe unter anderem mit schulübergreifenden Informationsangeboten sowie einer intensiveren Behandlung des Themas im Unterricht ansetzen. Ausdrücklich hingewiesen wurde auf die gesundheitlichen Risiken und das Suchtpotenzial nikotinhaltiger Produkte. Vertreter der Polizei und der Suchtberatung berichteten zudem von zunehmenden Fällen illegaler Produkte und einem wachsenden Schwarzmarkt.
Als langfristiges Ziel strebt die Arbeitsgruppe die Erarbeitung einer gemeinsamen „Wertheimer Vereinbarung“ an. Diese soll eine freiwillige Selbstverpflichtung aller Beteiligten enthalten, den Konsum und Verkauf von Vapes im schulnahen Bereich konsequent zu reduzieren. Parallel dazu soll über den Städtetag Baden-Württemberg geprüft werden, inwieweit rechtliche Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene weiterentwickelt werden können, um die Handlungsmöglichkeiten der Kommunen zu stärken.
Das nächste Treffen findet noch vor der Sommerpause statt. Dann sollen die entwickelten Ansätze konkretisiert und erste Maßnahmen vereinbart werden.
