Gefangen im Kreislauf von Gewalt und Rache

BLB spielt „Gott wartet an der Haltestelle“

Die Badische Landesbühne gastiert am 14. April mit „Gott wartet an der Haltestelle“ in Wertheim. Foto BLB / Manuel Wagner

Maya Arad Yasurs Schauspiel „Gott wartet an der Haltestelle“ wird von der Badischen Landesbühne am Dienstag, 14. April, in der Aula Alte Steige gezeigt. Vorstellungsbeginn der Inszenierung von Intendant Wolf E. Rahlfs ist um 19.30 Uhr. Bereits um 19 Uhr findet eine Einführung in die Produktion statt.

Ein Kontrollposten zwischen Israel und dem Westjordanland. Da ist Yael, eine israelische Soldatin, die ihr Land an der Grenze beschützen will. Ihr gegenüber steht Amal, eine palästinensische Krankenschwester. In Rück- und Vorblenden erzählt Maya Arad Yasur von einer Welt, die gefangen ist im Kreislauf von Gewalt und Rache.

In der Vergangenheit wurde Amal und ihrem schwerkranken Vater bereits die Einreise wegen fehlender Dokumente von Yael verwehrt. Auch diesmal hat Amal keinen Passierschein. Doch Yael empfindet Mitleid und lässt die schwangere Amal ins Land – ein Akt von Menschlichkeit? 

Kurze Zeit später explodiert eine Bombe in einem israelischen Restaurant. Ein Selbstmordanschlag, der 30 Menschen in den Tod reißt – eine Verzweiflungstat, ausgeführt von Amal. Nach einem Leben im Flüchtlingslager in ihrer eigenen Heimat Palästina, nach der Tötung ihres Bruders durch das israelische Militär und den Tod ihres Vaters an der Grenze hatte sie der Manipulation durch radikale Kräfte nichts mehr entgegenzusetzen.

Die israelische Autorin Maya Arad Yasur untersucht persönliche Schicksale zwischen Selbst- und Fremdbestimmung im Nahostkonflikt. Es geht dabei nicht um Zuweisung oder Zurückweisung von Schuld, sondern um den Versuch, sich den Menschen in zwei Gesellschaften zu nähern, die in einem so asymmetrischen wie fatalen Kreislauf von Gewalt feststecken.

Das Regieteam und die Schauspieler erhalten fachliche Begleitung von zwei Experten mit israelischem und palästinensischem Hintergrund. Sie unterstützen die Inszenierung hinsichtlich kultureller und gesellschaftlicher Fragen, um ungewollte rassistische oder antisemitische Reproduktionen zu vermeiden. In enger Zusammenarbeit vermittelt das Expertenteam persönliche Einblicke in Alltag- und Familienleben, klärt die Aussprache von israelischen und palästinensischen (Eigen-)Namen und ordnet Narrative sowie textliche Ebenen sensibel ein. 

Aus dem Ensemble wirken mit Martin Behlert, Laura Brettschneider, Madeline Hartig, Cornelia Heilmann, Thilo Langer, Michael Johannes Mayer, Nadine Pape, Frank Siebers. Zuständig für Bühne, Kostüm und Lichtgestaltung ist Tilo Schwarz.
Die Altersempfehlung liegt bei 14 Jahren.

Karten gibt es bei Knecht Rupprecht, Rathausgasse 3-5 in Wertheim, Telefon 09342/934-7056, Wertheim@knechtrupprecht.de, oder online unter www.reservix.de.