„Fürstliche Soiree“ im Schlösschen

Ensemble macht regionales Musikerbe erlebbar

Die Fürstlich Löwensteinische Hofmusic gastiert am 27. Februar im Schlösschen im Hofgarten. Foto: Veranstalter

In der Fürstlich Löwensteinischen Hofmusic haben sich Musiker zusammengefunden, die das regionale musikalische Erbe wach und lebendig halten. Das Bläserensemble gastiert am Freitag, 27. Februar, um 19 Uhr im Schlösschen im Hofgarten. In der „Fürstlichen Soiree“ erklingt unter anderem Musik von Carl Friedrich zu Löwenstein.

Das musikalischste Mitglied des Fürstenhauses Löwenstein-Wertheim war zweifelsfrei Carl Friedrich aus der Linie Freudenberg. Im ehemaligen Augustinerchorherrenstift Triefenstein entfaltete er ab 1814 ein sehr umtriebiges Musikleben. Aus musikalisch talentierten Bediensteten schuf er ein Orchester, das jede Woche auf Schloss Triefenstein ein Konzert gab. Bei freiem Eintritt war die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften eingeladen, alle Musikgattungen von der Solosonate bis zur Oper zu erleben.

Bei seinen musikalischen Aktivitäten wurde Carl Friedrich zu Löwenstein tatkräftig unterstützt durch seinen Kompositionslehrer Friedrich Witt, den letzten Würzburger Hofkapellmeister. Von der engen Zusammenarbeit zeugen zahlreiche Bearbeitungen Witts für das Triefensteiner Orchester, aber auch viele Originalkompositionen, speziell für die Bläser, die Harmoniemusik. Ergänzt wurde dieses Repertoire durch Musikalien, die in den kulturellen Metropolen wie Frankfurt oder Wien erworben wurden. Ein erhaltenes Inventarverzeichnis listet diese Noten auf und zeigt das weitgefächerte Interesse an Neuem, das damals auf Triefenstein geherrscht hat.

Deshalb erklingen in dieser „Fürstlichen Soiree“ nicht nur Werke von Friedrich Witt und Carl Friedrich zu Löwenstein, sondern auch Kompositionen des böhmischen Musikers Franz Krommer, des Wiener Verlegers Franz Anton Hoffmeister, der aus Rottenburg am Neckar stammt, und von Ludwig van Beethoven, der im gleichen Jahr geboren wurde wie sein fränkischer Kollege Friedrich Witt. Somit spiegelt dieser Abend einen Zeitabschnitt wider, als in einer damals strukturschwachen Region Kultur auf hohem Niveau praktiziert und für alle zugänglich gemacht wurde.

Die Mitglieder der Fürstlich Löwensteinischen Hofmusic, die als Profimusiker und Pädagogen tätig sind, forschen in Bibliotheken und Archiven und recherchieren dort nach „vergessenen“ Werken süddeutscher Komponisten sowie nach Musikern fränkischer Herkunft. Die dort gemachten „Ausgrabungen“ und „Fundsachen“ hat das Ensemble schon in zahlreichen Konzerten einem interessierten Publikum nähergebracht und so neue Aspekte der fränkischen Musikgeschichte aufgezeigt. Sein Ziel ist auch, Musik an jenen Orten aufzuführen, die in einem Bezug zum Komponisten oder dem Werk stehen. So entstand auch der Name dieses Ensembles: das Inventar der historischen Hofmusic der Fürsten zu Löwenstein-Wertheim spiegelt die musikalische Vielfalt Frankens wider, die durch die heutigen Musiker und mit Unterstützung der Fürstlichen Familie etwa in Konzerten im Marmorsaal des Schlosses Kleinheubach hörbar gemacht wird. So ist aus einem historischen Erbe eine kulturelle Aufgabe entstanden.

Das Ensemble ist unter anderem ständiger Gast beim „Musikzauber Franken“, "Hohenloher Kultursommer", "Mozartfest Würzburg" und bei der Konzertreihe „Musik in fränkischen Schlössern“. In Wertheim gastiert es auf Einladung des Kulturkreises Wertheim in Kooperation mit dem Archivverbund Main-Tauber und dem Historischen Verein Wertheim. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Schöningh, Eichelgasse 11 in Wertheim, Telefon 09342/1320.