"Ankerpunkt" leistet Behördenhilfe für Familien
Kostenloses Angebot im Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof
Formulare ausfüllen, Bescheide verstehen, den Behördendschungel meistern - für viele Menschen ist das eine Hürde. Sie finden im Projekt „Ankerpunkt – Behördenhilfe für Familien“ tatkräftige Unterstützung. Es ist im Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof unter Trägerschaft des Diakonischen Werks angesiedelt. Die beteiligten Akteure zogen nun eine erste Bilanz und blickten auf die Zukunft des Projekts.
Das Konzept setzt dort an, wo bürokratische Prozesse Familien überfordern könnten. Sozialpädagogin Birgit Gube, die das Projekt des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis konzeptionell begleitet, betont den Kern der Arbeit: „Unser Anliegen ist eine niederschwellige Unterstützung auf Augenhöhe. Viele, die zu uns kommen, brauchen einfach einen Impuls und einen Anstoß, um selbst aktiv zu werden.“ Dem pflichtet Alex Schuck, Leiter des Familienzentrums, bei: „Wir bieten hier in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe. Wir hören den Menschen zu und nehmen uns Zeit. Aber die Bögen ausfüllen, das erledigen sie selbst.“
Aktuell engagieren sich sechs Ehrenamtliche als „Lotsen“. Eine von ihnen ist Monika Krukenfelner. Die ehemalige Finanzbuchhalterin schätzt die Abwechslung: „Man lernt viele Schicksale kennen und erlebt jede Sprechstunde eine Überraschung – man kann sich nie auf etwas einstellen. Menschen helfen zu können, ist meine Motivation.“ Franziska Schindler, Ehrenamts-Koordinatorin des Projekts, freut sich über die steigende Resonanz: „Es hat ein wenig gedauert, bis es sich herumgesprochen hat, aber jetzt wird das Angebot sehr gut angenommen.“
Auch von der Stadt Wertheim erfährt der „Ankerpunkt“ große Wertschätzung. Fachbereichsleiterin Ina Nolte überbrachte den Dank der Stadt und des Oberbürgermeisters: „Der Ankerpunkt ist ein tolles Angebot. Es ist heute wichtiger denn je, den Menschen, die Hilfe suchen, zur Seite zu stehen.“
Aktuell ist das Projekt bis zum Jahresende befristet. Damit die wertvolle Arbeit fortgesetzt werden kann, arbeitet Diakonie-Geschäftsführerin Aleit-Inken Fladausch-Rödel bereits an Lösungen: „Das Engagement ist so wertvoll für die Hilfesuchenden. Ihnen zu helfen, entspricht unserem Auftrag der gelebten Nächstenliebe. Wir loten momentan verschiedene Varianten aus, wie das Projekt nach Ablauf der Förderung weiterlaufen kann.“
Über den "Ankerpunkt"
Das Projekt bietet Familien Unterstützung beim Umgang mit Behörden und Anträgen. Es ist im Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof angesiedelt und wird durch die Familienförderstelle Baden-Württemberg begleitet und durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg finanziert.
Das Angebot steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen, die Unterstützung bei behördlichen Formularen benötigen. Die Beratung ist kostenlos und erfolgt ohne Voranmeldung jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr im Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof, Salon-de-Provence-Ring 13d. Ein Termin ist nicht erforderlich – man kann einfach vorbeikommen.
