Eine Michaelismesse, die in sehr guter Erinnerung bleibt

Zahlreiche Höhepunkte sorgen für positive Bilanz

Das Fazit zur Michaelismesse fiel beim Abschlussessen bei allen beteiligten Akteuren positiv aus. Foto: Stadt Wertheim

„Man mag es kaum glauben, aber die Michaelismesse ist schon wieder vorbei.“ Mit diesen Worten begrüßte Fachbereichsleiter Volker Mohr die „Messefamilie“. Sie traf sich dieses Jahr zum traditionellen Abschlussessen im Gasthaus „Zum Löwen“ in Dertingen. Wenige Tage nach dem Ende des Wertheimer Volksfests zogen die Organisatoren und Partner Bilanz. Diese fiel ausgesprochen positiv aus: Rekordzahlen bei mehreren Veranstaltungen, insgesamt hohe Besucherzahlen und ein friedlicher Verlauf sorgten für zufriedene Gesichter.

Besonders beeindruckend war der Festumzug, der in diesem Jahr ganz im Zeichen des Jubiläums „50 Jahre Große Kreisstadt“ stand. Mit mehr als 2.300 Mitwirkenden war er der bislang größte in der Geschichte der Michaelismesse. Neben allen Ortschaften und fast allen Stadtteilen bereicherten zahlreiche weitere Wagen und Fußgruppen den Umzug und machten ihn zu einem eindrucksvollen Zeichen für den Zusammenhalt und die Vielfalt der Stadt.

Auch der verkaufsoffene Sonntag lockte viele Menschen in die Wertheimer Innenstadt. Die hohe Besucherdichte machte sich auch auf dem Messegelände bemerkbar und sorgte für eine gute Atmosphäre. Die Einführung der beiden Ruhetage habe sich aus Sicht der Verantwortlichen ebenfalls bewährt. „Die zwei Ruhetage sind die richtige Entscheidung“, stellte Mohr fest. Sie gäben Besuchern, Beschickern und allen Beteiligten die Möglichkeit, zwischendurch neue Kräfte zu sammeln.

Großen Zuspruch fanden auch die Sonderveranstaltungen: Der Seniorennachmittag, die Malle-Party sowie der Tag der Ortschaften, der Tag der Firmen und der Tag der Vereine erwiesen sich als Publikumsmagnete. Auch das Jugendfußballturnier des 8er-Rats bereicherte das Messeprogramm.

Eine Rekordbeteiligung verzeichnete in diesem Jahr der Kinderfestumzug: Rund 500 Kita- und Grudschulkinder schlossen sich dem Umzug an und ließen anschließend ihre Ballons gemeinsam in die Luft steigen. Erste Ballonkarten seien bereits zurückgekommen – unter anderem aus bayerischen Gramschatz und Retzstadt. Das zeige, dass die Michaelismesse weit über Wertheim hinausstrahle und gerade auch den jüngsten Besuchern besondere Erlebnisse biete, so Mohr.

Eine weitere Erfolgsgeschichte schrieb der Wertheimer Messelauf. Beim 23. Lauf des SV Nassig gingen mehr als 1.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Start – so viele wie nie zuvor. Allein 650 davon nahmen am 4,5-Kilometer-AOK-Lauf teil. „Der Messelauf hat sich in diesem Jahr selbst übertroffen“, freute sich Volker Mohr. Verbesserungsbedarf gebe es jedoch bei der Parksituation rund um das Großevent. Mit einem Augenzwinkern regte er an, dass die „Messefamilie“ im kommenden Jahr vielleicht gemeinsam die Laufschuhe schnüren könnte.

Rund 500 Kinder machten den Kinderfestumzug zu einem besonderen Höhepunkt der Michaelismesse. Foto: Stadt Wertheim

Einen gelungenen Schlusspunkt setzte das traditionelle Abschlussfeuerwerk, das die Anwesenden als „eines der schönsten der letzten Jahre“ lobten.

In seiner Bilanz hob Mohr besonders das gute Zusammenspiel der zentralen Akteure hervor. Die Festwirtfamilie Papert richtete das Volksfest erstmals in alleiniger Verantwortung aus und meisterte diese Premiere erfolgreich. Der von Timo Zöllner zusammengestellte Vergnügungspark präsentierte sich gewohnt vielseitig und abwechslungsreich. Gemeinsam mit den Marktbeschickern und der Distelhäuser Brauerei sorgten sie dafür, dass auf dem Messegelände für jeden Geschmack etwas geboten war.

Mohr dankte ganz besonders den zahlreichen Einsatzkräften und Helfern, die für Sicherheit und Sauberkeit sorgten: Polizei, Feuerwehr, THW, DRK, Sicherheitsdienst, Schäferhundeverein, Bauhof und Reinigungsdienst hätten mit ihrem unermüdlichen Einsatz zu einem reibungslosen Messeverlauf beigetragen. Nennenswerte Zwischenfälle seien ausgeblieben.

Dank galt außerdem den Anliegern und Nachbarn für ihr Verständnis und ihre Unterstützung – und dafür, dass sie die Messe nicht nur mitgetragen, sondern teilweise selbst mitgefeiert haben.

Abschließend richtete Volker Mohr seinen Dank an den Gemeinderat, der Jahr für Jahr die notwendigen finanziellen Mittel bereitstelle und so den Fortbestand der traditionsreichen Veranstaltung ermögliche. Das sei die Grundlage für die Fortführung, aber auch die Weiterentwicklung der Wertheimer Michaelismesse. 

Verabschiedung von „Messeurgestein“ Wolfgang Boos

Ein besonderer Moment des Abschlussessens war die Verabschiedung von Wolfgang Boos. Rund 50 Jahre lang war er als Beschicker Teil der Michaelismesse und als Sprecher der Marktkaufleute ein echtes „Messeurgestein“. Als verlässlicher Ansprechpartner, Berater und Trendsetter habe er die Messe über Jahrzehnte mitgeprägt und für Tradition und Verlässlichkeit gestanden. Volker Mohr dankte ihm im Namen der Stadt für sein langjähriges Engagement und überreichte ihm zum Abschied einen „Wertheimer Optimisten“.

Mit Blick auf die Michaelismesse 2027 gibt es bereits erste Ideen. Welche davon umgesetzt werden, soll in den kommenden Monaten gemeinsam mit den beteiligten Akteuren konkretisiert werden. Für die „Messefamilie“ steht fest: Auch im kommenden Jahr soll die Michaelismesse ihre bewährte Mischung aus Tradition, Unterhaltung, Begegnung und neuen Impulsen fortsetzen.