Umsetzung des Radwegekonzepts geht voran

Von 70 Maßnahmen sind viele erledigt, weitere in Planung

Rote Markierung an gefährlichen Stellen gehören zu den besonders augenfälligen Neuerungen im Wertheimer Radwegenetz. Foto: Peter Frischmuth

Gemeinderat und Verwaltung haben sich vor fünf Jahren die Verbesserung des Alltagsradverkehrs auf die Fahne geschrieben. Zum damals beschlossenen Radwegekonzept erhielt der Bau- und Umweltausschuss nun einen Sachstandsbericht, auf den sich Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez nach eigenen Worten „schon sehr gefreut“ hatte. „Denn es hat sich schon sehr viel getan. Aber wir sind noch nicht am Ende der Wunschliste.“

Klimaschutzmanager Michel Dohne erläuterte dem Gremium detailliert, welche der mehr als 70 Projekte aus dem 2021 erstellten Maßnahmenkatalog bereits umgesetzt wurden, welche in Bearbeitung sind und welche noch einer abschließenden Bewertung bedürfen. Maßgeblich an der Abarbeitung mitgewirkt hat eine Arbeitsgruppe, der Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Verwaltung sowie – abhängig vom Standort – Vertreter der Innenstadt, der Stadtteile und Ortschaften angehören.

Zu den größten Radverkehrsprojekten der jüngeren Vergangenheit gehört die neue Verbindung entlang der L 508 zwischen Vockenrot und Wertheim. In Wertheim-Ost wurden die Wege zwischen Kembach und Dietenhan asphaltiert. An vielen Stellen sorgen heute leuchtend rote Markierungen – etwa in Eichel, an der Mainbrücke oder in Bestenheid – für eine bessere Sichtbarkeit des Radverkehrs und damit für mehr Sicherheit. Hier wurden im Zuge der Sanierung der L 2310 Verbesserungen an zentralen Knotenpunkten erreicht. Am Kulturhaus, im Rathausinnenhof oder in der Tiefgarage „Stiftskirche“ – wo eigens zwei Pkw-Stellplätze dafür umgewidmet worden sind – wurden sogenannte Anlehnbügel zum sicheren Abstellen von Fahrrädern installiert.

Zahlreiche weitere Maßnahmen befinden sich derzeit in der Umsetzung. Dazu gehört unter anderem die neue Führung des Maintalradwegs, der die Tauber künftig über die mainseitige Brückenkappe der Odenwaldbrücke überqueren soll. Der Baubeginn durch das Land ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Vorbereitet wird außerdem die Radwegeführung an der Landesstraße 2310 zwischen Mondfeld und Freudenberg. Für die Route von Bestenheid zum Reinhardshof liegt eine Machbarkeitsstudie vor. Hier ist eine Begehung vorgesehen, um bauliche Details abzustimmen.

Auf Nachfrage aus dem Gremium erläuterte Fachbereichsleiter Armin Dattler, dass es beim noch offenen Abschnitt des Kembachtalradwegs nach einem Wechsel des Planungsbüros und einer Überarbeitung der Trassenführung Fortschritte gebe. Es würden weniger private Flächen benötigt und schwierige bauliche Einschnitte im Vergleich zur bisherigen Streckenführung vermieden.

Kritisch gesehen wurde im Ausschuss die Überquerung der Landesstraße 508 im Bereich der Einfahrt zum Reinhardshof. Dattler räumte ein, dass eine bauliche Lösung aufwendig sei. Man wolle jedoch erneut das Gespräch mit dem Land suchen und versuchen, eine Verbesserung zu erreichen.

Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez zog ein zufriedenes Fazit der bisherigen Umsetzung des Radwegekonzepts. „Wir haben in den letzten Jahren ordentlich Strecke gemacht.“ Die Infrastruktur seit deutlich attraktiver und sicherer geworden. Dazu hätten auch die vielen Maßnahmen in Zuständigkeit von Land und Kreis beigetragen.