Züge sollen bald pünktlicher und zuverlässiger fahren

Westfrankenbahn informierte im Gemeinderat

Zug der Westbrankenbahn hält im Wertheimer Bahnhof
Über geplante Veränderungen und Verbesserungen auf der Schiene informierten Vertreter der Westfrankenbahn im Gemeinderat. Foto: Stadt Wertheim

Die Bahn kommt – aber sie kommt nicht immer und nicht immer pünktlich. Wie diese unbefriedigende Situation verbessert werden soll, darüber informierte im Gemeinderat am Montag die Westfrankenbahn, die den Schienenverkehr auf der Tauberbahn betreibt. Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez machte deutlich: „Die Pünktlichkeit und die Zuverlässigkeit lassen zu wünschen übrig.“ Auch das Ärgernis der oft sehr lang geschlossenen Schranken in Wertheim kam zur Sprache.

Als Vertreter des Eisenbahnunternehmens nahmen Denis Kollai, Sprecher der Geschäftsleitung, und Niklas Hofstetter an der Sitzung teil. In Sachen Pünktlichkeit setzten sie große große Hoffnungen in das neue Fahrplankonzept „Netz 11 2.0“. Es soll im Dezember 2024 eingeführt werden. „Der aktuelle Fahrplan ist zu ambitioniert und straff für einen robusten, anschlusssicheren und kundenfreundlichen Betrieb“, erklärte Kollai. Durch den Einbau von Fahrplanpuffern wolle man die Pünktlichkeit erhöhen und damit die Erreichbarkeit von Anschlusszügen verbessern. Zudem sollen alle Stationen auf der Strecke Miltenberg – Crailsheim im Stundentakt bedient werden.

Bestehende Schülerzüge, so der Bahnmitarbeiter weiter, würden in das neue Betriebskonzept überführt. „Änderungen befinden sich im Minutenbereich.“ Generell ergäben sich im Vergleich zum Bestandsfahrplan frühmorgens nur geringfügige Neuerungen, die Fahrplanänderungen fänden hauptsächlich tagsüber statt.

Zur Infrastruktur erklärte Niklas Hofstetter, dass alle Verkehrsstationen im Einzugsbereich von Wertheim barrierefrei ausgebaut und modernisiert seien. Signaltechnische Optimierungen sollen voraussichtlich 2026 erfolgen. Neue Rangiersignale „erleichtern unter anderem in Wertheim den Betrieb und sorgen im Gegenzug dafür, dass der Bahnübergang ‚Tauberbrücke‘ seltener geschlossen werden muss“, wurde erläutert.

Die langen Schließzeiten hier und am Bahnübergang „Leberklinge“ sorgen immer wieder für Unverständnis und Verärgerung, betonte Oberbürgermeister Herrera Torrez. Die Vertreter der Westfrankenbahn erläuterten, dass die Bahnübergänge mit Vollschranken ausgestattet sein müssen, um eine – auch unbeabsichtigte – Umfahrung zu verhindern. Nachdem die Schranken geschlossen sind, werde der betreffende Bereich mit Radartechnologie gescannt. Erst wenn der Abschnitt durch die „Gefahrenraumfreimeldeanlage“ freigegeben worden sei, könne das  Hauptsignal auf Fahrt gestellt werden.

Züge aus Richtung Lauda müssten in den Bahnhof behinderungsfrei einfahren, die Schranken deshalb entsprechend früh geschlossen werden. Züge aus Richtung Miltenberg hätten hingegen in der Regel einen längeren Halt und die Schranken würden nicht durch Schienenkontakt, sondern manuell durch den Fahrdienstleiter betätigt. Durch diese verschiedenen Systeme komme es zu unterschiedlich langen Schließzeiten.