Windpark treibt auch die Dietenhaner um

„Rathaus vor Ort“ in Wertheims kleinster Ortschaft

Der Windpark Höhefeld war auch in der Bürgerversammlung in Dietenhan ein großes Thema. Foto: Stadt Wertheim

Das Thema Windkraft war auch in Dietenhan ein Schwerpunkt, als am Samstagnachmittag Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez, begleitet von führenden Mitarbeitern der Verwaltung, im Rahmen der Reihe „Rathaus vor Ort“ dort Station machte. Erneut sicherte der OB größtmögliche Transparenz bei der geplanten Modernisierung des Windparks Höhefeld zu, verwies aber auch auf den geringen Spielraum der Stadt. Diskutiert wurden bei der Versammlung im Bürgerhaus daneben die verzögerte Erweiterung des Kembacher Kindergartens und die von der Ortschaft gewünschte Begegnungsstätte.

Begonnen hatte auch diese „Rathaus vor Ort“-Veranstaltung mit einer Besprechung zwischen dem Ortschaftsrat und den Spitzen der Verwaltung. Bereits dort habe man einige Themen auch kontrovers diskutiert, so Ortsvorsteher Frank Helm später in der Bürgerversammlung. Beim anschließenden Rundgang durch Dietenhan entspann sich an der Bushaltestelle am Ortsausgang Richtung Urphar eine längere Debatte über einen geforderten Zebrastreifen. Frank Hofmann, Leiter der Abteilung Öffentliche Ordnung, Verkehr, verwies auf die eng gefassten gesetzlichen Vorgaben, die man als Stadt einzuhalten habe.

In Augenschein nahm man das alte Feuerwehrhaus, das nach den Wünschen vieler Dietenhanerinnen und Dietenhaner in ein Künstlercafé umgebaut werden und als Begegnungsstätte für Jung und Alt dienen soll. Die Stadt, so Oberbürgermeister Herrera Torrez, werde in die Planung einsteigen. Diese ist auch Voraussetzung für eine mögliche Förderung. Der OB machte keinen Hehl daraus, dass Eigenleistungen der Ortschaft erforderlich sind, um das Projekt verwirklichen zu können.

Das alte Feuerwehrhaus in Dietenhan soll nach den Wünschen der Ortschaft in eine Begegnungsstätte umgebaut werden. Foto: Stadt Wertheim

Vom Neubaugebiet aus gut zu sehen ist der Windpark Höhefeld in seinem derzeitigen Bestand. Bekanntlich will ein Investor die alten Anlagen abbauen und neue, deutlich höhere – dafür aber weniger – Windräder errichten, die mehr Energie produzieren. Die Stadt habe eine Visualisierung gefordert, informierte Herrera Torrez. Es sei am Investor, die vielen offenen und kritischen Fragen zu beantworten. Die Verwaltung werde dafür sorgen, dass dies geschieht. Dazu habe man das Forum Energiedialog Baden-Württemberg zur Unterstützung als Mediator eingeschaltet. Wenn der Gemeinderat dem ihm vorgelegten Konzept zustimme, seien zwei Informationsveranstaltungen vorgesehen. Die Entscheidung über die Repowering genannte Modernisierung könne aber nicht von der Stadt getroffen werden. Sie liege in der Zuständigkeit des Landkreises.

Deutlich und entschieden wies Oberbürgermeister Herrera Torrez Vorwürfe einiger Besucher der Bürgerversammlung zurück, in Wertheim müssten Kindergärten und Schulen hinter den Belangen der Wirtschaft zurückstehen. Entzündet hatte sich die Kritik an den Verzögerungen beim Ausbau der Kindertagesstätte Kembach. Der Ausschreibung musste, wie Fachbereichsleiter Armin Dattler erläuterte, aufgehoben werden, weil die eingegangenen Angebote den Kostenrahmen weit überschritten.

Auch in dieser Versammlung wies der OB auf die Bedeutung der vom Landkreis und allen Gemeinden mit der Firma Breitbandversorgung Deutschland (BBV) vereinbarten Kooperation hin. Wenn mindestens 20 Prozent der Haushalte einen Vertrag abschließen, werde der gesamte Main-Tauber-Kreis mit Glasfaser versorgt werden. Dies sei eine große Chance, um in ganz Wertheim schnelles Internet verfügbar zu machen. Auch er selbst werde einen Vertrag abschließen, verriet Herrera Torrez.

Er informierte weiter über die vom Gemeinderat beschlossenen Veränderungen beim Familienpass. Die Verwaltung rechne damit, dass statt bisher 40 Prozent künftig 60 Prozent der Kinder von ermäßigten Kita-Beiträgen profitieren können.

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