Wertheim wird Kommune für biologische Vielfalt

Gemeinderat beschließt Beitritt zum Bündnis

Wertheim macht ernst mit der biologischen Vielfalt. Der Gemeinderat beschloss den Bündnisbeitritt und eine Bewerbung um das Projekt „StadtGrün naturnah“. Foto: Stadt Wertheim

Die Stadt Wertheim tritt dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ bei und bewirbt sich für eine Teilnahme an dem Projekt „StadtGrün naturnah“. Diese einstimmigen Beschlüsse fasste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auf Vorschlag von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez. Für seine Initiative erntete das Stadtoberhaupt Anerkennung aus den Reihen des Gremiums: „Sie halten Wort, Sie machen Ernst!“, hieß es. In den zurückliegenden Wahlkämpfen seien Umweltthemen in der Bürgerschaft auf großes Interesse gestoßen, erinnerte der OB und bekräftigte, „wir tun als Stadt gut daran, neue Wege zu gehen und uns zur biologischen Vielfalt zu bekennen“.

Schon 2012 haben sich 60 Gemeinden, Städte und Landkreise zum dem Bündnis zusammengeschlossen, dem inzwischen 185 Kommunen beigetreten sind. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Schutz der Biodiversität auf verschiedenen Ebenen zu fördern. Dabei stützt man sich auf die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“, die 2010 verabschiedet wurde und zwischenzeitlich rund 350 Unterzeichner gefunden hat. „Die biologische Vielfalt ist bedroht. Weltweit werden fest zwei Drittel aller Ökosysteme und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten als gefährdet eingestuft. Dazu kommt ein großer Verlust an genetischer Vielfalt mit unabsehbaren Auswirkungen auf künftige Generationen“, heißt es in der Deklaration unter anderem.
 
Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ hat das Projekt „StadtGrün naturnah“ initiiert. Ziel es ist, Kommunen bei der naturnahen Gestaltung öffentlicher Grünflächen zu unterstützen, erläuterte der städtische Umweltbeauftragte Jens Rögener in der Sitzung. Als Ansporn für entsprechende Aktivitäten wurde das gleichnamige Zertifizierungslabel in den drei Qualitätsstufen „Gold“, „Silber“ und „Bronze“ entwickelt. Um eines davon zu erhalten, muss die Kommune ein sogenanntes „Labeling-Verfahren“ durchlaufen. Dazu ist eine Lokale Arbeitsgruppe zu bilden, der Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Verwaltungsdienststellen, der Kommunalpolitik, von Unternehmen, lokalen Verbänden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern angehören. Mindestens eine Repräsentantin oder ein Repräsentant eines lokalen Naturschutzverbandes muss beteiligt sein. Die Arbeitsgruppe hat die Aufgabe, „den Austausch zwischen Stadtverwaltung und Bürgerschaft zu befördern und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen“.
 
Im Labeling-Verfahren gilt es, eine Grünflächenstrategie zu entwickeln, die zum einen die Ergebnisse einer vorangehenden Bestandsaufnahme enthält, zum anderen künftige Maßnahmen aufzeigt und schließlich zentrale Grundsätze und Zielsetzungen eines ökologischen Grünflächenmanagements der Kommune darlegt. Auf dieser Grundlage erfolgt dann die Bewertung in den Handlungsfeldern Grünflächenunterhaltung, Interaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie Zielsetzung und Planung. Am erfolgreichen Abschluss des Prozesses, der etwa ein Jahr dauert, steht die Verleihung des Labels „StadtGrün naturnah“. Dieses ist drei Jahre gültig, danach sind die Voraussetzungen erneut zu prüfen.

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