Weitere Entwicklung der Feuerwehren beleuchtet

Virtuelles Treffen des OB mit Kommandanten

Bei einem Besuch im Dezember überzeugte sich OB Markus Herrera Torrez persönlich von der Sanierungsbedürftigkeit des Sonderrieter Feuerwehrgerätehauses. Foto: Stadt Wertheim

Es gab viel zu besprechen beim ersten virtuellen Treffen von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez mit Stadtbrandmeister Torsten Schmidt, den Abteilungskommandanten der Wertheimer Feuerwehren und deren Stellvertreter. Vom Feuerwehrentwicklungsplan über den Zustand der Gerätehäuser und der technischen Ausstattung bis hin zur Nachwuchsgewinnung blieb kaum ein Thema ausgespart, das die Belange der rund 540 Kameradinnen und Kameraden in 13 Abteilungen berührt.

„Vor dem was Sie leisten, habe ich ganz, ganz großen Respekt“, versicherte der Oberbürgermeister und betonte das „ganz große Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Feuerwehr. Sie sind viel mehr als eine Organisation, die kommt, wenn es brennt. Sie sind Lebensretter, Kristallisationspunkt für den Zusammenhalt in den Ortschaften“. Herrera Torrez informierte die Kommandanten und Stellvertreter dann in geraffter Form über die Handlungsfelder und Schwerpunkte für die Entwicklung der Großen Kreisstadt Wertheim. Er benannte und erläuterte die bislang sieben Prioritäten – steigende Bevölkerungsentwicklung, Ausbau der Wirtschaftskraft, Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Stärkung der Betreuungs- und Bildungslandschaft, soziales Miteinander, Bürgernähe und Beteiligung, sowie eine moderne und digitale Stadtverwaltung.

Zu dieser Liste ist inzwischen, weit oben, ein achter Punkt gekommen: Haushaltsdisziplin. Und der fielen bei den Etatberatungen des vergangenen Jahres letztlich auch die Planungskosten für die Sanierung der Feuerwehrgerätehäuser in Dertingen und Bettingen zum Opfer und die für das Gebäude in Sonderriet blieben übrig. „Wir müssen ehrlich miteinander sein und sagen was geht und was nicht geht“, formulierte der OB. Es sei nicht möglich, in den nächsten Jahren drei Gerätehäuser zu sanieren und parallel dazu diverse Fahrzeuge zu beschaffen. „Deshalb war es mir wichtig, eine Debatte anzustoßen, in der eine Priorisierung über Ausstattung und Gebäude getroffen wird.“ Eine solche Diskussion sei in seinen Augen sowohl innerhalb des Gemeinderates, der Feuerwehr, aber auch in der Bürgerschaft wichtig, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: Die gute und verlässliche Ausstattung der Feuerwehr Wertheim.

Begrüßt wurde von Herrera Torrez die Empfehlung, dass zur Erstellung des Feuerwehrentwicklungsplanes professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden solle. Zum Glück sei es noch gelungen, dies auch im Haushalt so zu verankern. Die Mitarbeit der Verantwortlichen vor Ort und „Ihre Bereitschaft, gemeinsam zu denken“, sei dennoch gefragt. Der Feuerwehrentwicklungsplan werde abbilden, „was einsatztechnisch notwendig und finanziell möglich ist“, so die Erwartung des Oberbürgermeisters.

Ausgiebig genutzt wurde von den Kommandanten und Stellvertretern die Möglichkeit, einmal vorzubringen, was ihnen „unter den Nägeln brennt“, wie Manuel Rüttiger aus Reicholzheim es ausdrückte. Er wies darauf hin, dass zwischen 2008 und 2019 keine neuen Fahrzeuge beschafft wurden und sich ein entsprechender Investitionsstau gebildet habe. „Man müsste sich einen Plan überlegen, wie es weitergehen soll“, schlug er vor. Jochen Kirchner, Wertheim-Stadt, bekräftigte dieses Aussage und machte zudem darauf aufmerksam, dass bei neueren Fahrzeugen die Lebenserwartung niedriger und die Ersatzteilbeschaffung später schwieriger werde.

Markus Korteneck, Urphar, warnte davor, dass „die Motivation flöten geht, wenn die technische Ausstattung nicht stimmt“. Rüttiger sprach auch das Thema „Ehrenamtskarte“ an, das in früheren Jahren schon diskutiert worden sei, und forderte einen besseren Informationsfluss zwischen Verwaltung und Feuerwehrabteilungen. Darin wurde er von Sebastian Friedrich, Bettingen bestärkt. Auch für Stefan Tiederle, Dertingen, war die Kommunikation verbesserungswürdig. Außerdem forderte er mehr Wertschätzung. Diese zeige sich schon bei der Wortwahl. „Die Feuerwehr ist die Feuerwehr und nicht irgendein Verein“, sagte er.

Bei aller Ernsthaftigkeit kam aber auch der Humor nicht zu kurz. „Wir nehmen auch Quereinsteiger, die schon etwas älter sind“, versuchte Tiederle den OB vom Fußball wegzulocken. Der sagte immerhin zu, „wo ich als – hoffentlich sympathischer – Werbeträger für die Feuerwehr fungieren kann, will ich das gerne tun“. Herrera Torrez verriet auch, dass er sich inzwischen ein paar hohe Gummistiefel besorgt habe, „auch wenn mich Stadtbrandmeister Schmidt immer wieder beruhigt, dass das was wir derzeit erleben, noch lange kein Hochwasser ist“. Ein regelmäßiger Austausch in dieser Runde „sei gut und gewünscht“, so der Oberbürgermeister abschließend. Daneben habe aber auch Bürgermeister Stein als Leiter des für die Feuerwehr zuständigen Dezernats immer ein offenes Ohr.

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