Ungeschliffene Edelsteine im Schatz der Stadt

Steg und Wohnbau stellen aktuelle Projekte vor

Der Aufsichtsrat von Stadtentwicklungsgesellschaft und Wohnbau Wertheim besichtigte das Gebäude in der Konrad-Adenauer-Straße. Foto: Stadt Wertheim

Der Aufsichtsrat der Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg) und der Wohnbau Wertheim (WBW) kam in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen, um aktuelle Projekte zu besichtigen. Die Anwesenden bestellten dabei auch einstimmig Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez zum neuen Vorsitzenden des Gremiums. „Ich sehe in der Steg ein ganz spannendes Instrument, um zu gestalten“, erklärte der OB.

Für Herrera Torrez war es die erste, für andere Teilnehmer die letzte Aufsichtsratssitzung der beiden Gesellschaften. Neben den ausscheidenden Mitgliedern würdigte er vor allem den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Schlachter, der in der Karenz des erkrankten OB-Vorgängers Stefan Mikulicz das Gremium leitete. Schlachter hob die stets gute Zusammenarbeit hervor und betonte: „Die Steg ist unser Juwel im Schatz der Stadt.“

Welche zum Teil noch ungeschliffenen Edelsteine derzeit entstehen, zeigte die schon traditionell gewordene Besichtigungsfahrt. „Wir schauen uns einige spannende Projekte an“, kündigte Oberbürgermeister Herrera Torrez dazu an. Den Anfang machte das Wohnungsbauprojekt auf der „Bestenheider Höhe“.

Das ehemalige Forstamt in der Grabenstraße wird aktuell umfassend saniert. Foto: Stadt Wertheim

Vor zwei Jahren begann der Bau der sechs Häuser, im vergangenen Jahr zogen die ersten Mieter ein. Inzwischen seien alle 45 Wohneinheiten bezogen worden, erklärte vor Ort Edgar Beuchert, der Geschäftsführer der beiden Gesellschaften. Die Mieterzusammensetzung sei „bunt gemischt“ mit Singles, Familien und älteren Menschen. Erfreulich schnell seien in der Nähe zur Wohnanlage zahlreiche Einfamilienhäuser entstanden. „Wie wir es uns vorgestellt haben, ist es geworden“, zog er als Fazit.

In Kürze soll es noch anstelle eines obligatorischen kleinen Kinderspielplatzes für die Wohnanlage einen größeren und dafür öffentlichen Spielplatz geben, so Beuchert. An den Kosten für die „gut ausgestattete Spielecke“ beteilige sich auch die Stadt. Im August werde der private Bauträger dann ein zweites Wohnprojekt mit sechs weiteren Häuser und insgesamt 42 Wohnungen beginnen.

Noch mitten im Umbau befindet sich das von der WBW erworbene Gebäude in der Konrad-Adenauer-Straße 11. In der früheren Bildungseinrichtung sollen sechs unterschiedlich große, ebenerdige Wohnungen geschaffen werden: drei Zwei-Zimmer-Wohnungen mit circa 65 m² Fläche, zwei Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Fläche zwischen 90 und 110 m² und eine Wohnung mit vier Zimmern, die etwa 125 m² groß sein wird.

Historische Substanz erhalten

Historische Substanz wie etwa das Treppenhaus, soll in dem früheren Verwaltungsgebäude erhalten bleiben. Foto: Stadt Wertheim

Wo möglich, sollen die Wohnungen barrierefrei gemacht werden, das heißt breitere Türen und größere Bäder. Für jede Wohnung soll es einen Balkon geben, viel Grün verspricht ein großes Außengelände. Außerdem soll den Mietern jeweils ein eigener Pkw-Stellplatz zur Verfügung stehen.

Die Investitionskosten für das Projekt beziffert der Geschäftsführer auf 950.000 Euro. Der Mietpreis bewege sich je nach Wohnungsgröße zwischen 5,50 und 6,50 Euro pro Quadratmeter. Bis zur Fertigstellung muss man sich aber gedulden: „Der Umbau geht noch bis April 2020“, erklärte Beuchert.

Der Abschluss der Besichtigungstour führte ins ehemalige Forstamt in der Grabenstraße. Hier saniert derzeit die Steg das komplette Gebäude. Dabei werde vom Treppenhaus über die Stuckdecken bis hin zu den Parkettböden viel historische Substanz bewahrt, wie Architekt Thomas Hemmerich erläuterte. Am Ende sollen zehn Wohneinheiten mit zwei bzw. drei Zimmern entstehen – und das mitten in der Stadt.

Zum Teil haben die Wohnungen eine hervorragende Aussicht auf die Burg bzw. in den schönen Garten des Grundstücks. Die fünf Zwei-Zimmer-Wohnungen sollen Geschäftsführer Edgar Beuchert zufolge zwischen 65 und 77 m² groß sein, die fünf Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 75 und 89 m². Die Investitionskosten dürften bei etwa 1,15 Millionen Euro liegen. Die Fertigstellung sei für Mai 2020 geplant.

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