Spielgruppe für ukrainische Kinder startet

Erste Stufe der Integration in den Kindergarten

Mit einer Spielgruppe startet die Betreuung von ukrainischen Kindern. Geleitet wird sie von Veronika Nahm (links) und Krystyna Hukasian (rechts). Foto. Stadt Wertheim

Die Aufnahme ukrainischer Kinder in Wertheims Schulen ist bereits angelaufen. Jetzt startet auch die Betreuung für Jungen und Mädchen im Kindergartenalter. Die Stadtverwaltung richtet eine Spielgruppe für Zwei- bis Sechsjährige ein. Sie trifft sich, beginnend nach Ostern, dreimal wöchentlich im Kindernest des Kinderhauses Reinhardshof. Jeweils für drei Stunden am Nachmittag erfahren die Kinder hier Gemeinschaft mit Gleichaltrigen beim Spielen, Singen und Tanzen. Bisher sind in Wertheim 18 Jungen und Mädchen aus der Ukraine im Kindergartenalter angekommen.

Die Spielgruppe ist die erste Stufe eines Konzepts zur Integration der ukrainischen Kinder in die Wertheimer Kindertagesstätten. Federführend hat es das Referat Bildung und Familie unter Leitung von Uwe Schlör-Kempf entwickelt. Es ist mit den kirchlichen Trägern und den Kindergartenleitungen abgestimmt. „Uns ist wichtig, den Kindern Halt und Stabilität zu geben,“ erläutert Schlör-Kempf das gemeinsame Ziel. Der Besuch eines Kindergartens bringe mit seinen geregelten Abläufen ein Stück Normalität in den Alltag der Familie zurück.

In der ersten Stufe schafft der Spieltreff einen geschützten und gleichzeitig zwanglosen Rahmen für die Kinder, die die Schrecken des Krieges erlebt und ihre vertraute Umgebung verloren haben. Gerade deshalb empfindet es Uwe Schlör-Kempf als Glücksfall, dass mit Krystyna Hukasian eine aus der Ukraine stammende Grundschullehrerin für die Leitung der Spielgruppe gewonnen werden konnte. Sie hat eine psychologische Zusatzausbildung, die sie zum Umgang mit traumatisierten Kindern befähigt. Unterstützt wird sie von Veronika Nahm, die Deutsch und Russisch spricht, und weiteren Betreuungspersonen. Der Zugang zur Spielgruppe ist bewusst niederschwellig angelegt: Die Kinder können ohne Anmeldung beliebig oft und lange teilnehmen.

Dass die Betreuung in die Nachmittagsstunden gelegt wurde, hat praktische Gründe: Am Vormittag stehen weder in Kindergärten noch in Schulen kindgerechte Räume zur Verfügung. Für die ukrainischen Mütter, die Sprach- und Integrationskurse besuchen wollen, soll dies kein Nachteil sein. Durch die enge Abstimmung im Arbeitsstab Ukraine der Stadt Wertheim ist sichergestellt, dass die Angebote zeitlich kompatibel sind. Die VHS Wertheim und der Verein „Willkommen in Wertheim“ bereiten erste Kurse vor, die ebenfalls bald starten.

In Stufe 2 ist vorgesehen, die Spielgruppe auf alle Wochentage auszuweiten und die Aktivitäten mit kindgerechten Lernelementen, auch im Bereich Sprache, zu verbinden. Die dritte Stufe ist schließlich die Aufnahme der ukrainischen Kinder in den Regelbetrieb der Kindertagesstätten.

Der Frauenverein Wertheim schafft auf ehrenamtlicher Basis eine Begegnungsmöglichkeit für ukrainische Mütter und ihre Kleinkinder. Noch im April richtet der Verein in seinen Räumen im Kulturhaus zwei neue Spiel- und Krabbelgruppen ein. Jeweils Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag besteht die Möglichkeit zu Gespräch, Austausch und gegenseitiger Unterstützung.

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