Neustart zwischen Verwaltung und Nabu

Mediation schafft Basis für Zusammenarbeit

Mit dem Ergebnis der Mediation sehr zufrieden sind (von links) Nabu-Vorsitzender Ekkehard Ebert, OB Markus Herrera Torrez, Mediator Wolfram Dreier und Baudezernent Armin Dattler. Foto: Stadt Wertheim

Stadtverwaltung und Nabu Wertheim haben einen Neustart in ihrer Zusammenarbeit verabredet. Das ist das Ergebnis einer von beiden Seiten als erfolgreich bewerteten Mediation. OB Herrera Torrez hatte sie initiiert, um die Grundlage für einen vertrauensvollen und sachlichen Austausch zu schaffen. „Das war eine gute Sache“, bestätigte Nabu-Vorsitzender Ekkehard Ebert ebenso wie Baudezernent Armin Dattler. OB Herrera Torrez und Mediator Wolfram Dreier stellten die Ergebnisse des Verfahrens gemeinsam mit den Mediationsteilnehmern in einem Pressegespräch vor.

Zunehmend kritisch hat der Nabu in den letzten Jahren Planungen der Stadt begleitet. Seine Haltung vertrat er dabei auf unterschiedliche Weise - von der Unterschriftensammlung bis hin zu Strafanzeigen gegen Beschäftigte der Stadtverwaltung. Besonders deutlich meldete er sich zur vom Gemeinderat beschlossenen Erweiterung des Gewerbegebiets Reinhardshof zu Wort. Er erhob dabei die Forderung, die ökologischen Belange im Interessensausgleich zwischen Naturschutz, Wirtschaftskraft und Stadtentwicklung stärker zu gewichten.

Verhärtete Fronten
 
Bei seinem Amtsantritt fand OB Herrera Torrez verhärtete Fronten vor. Als er den Anstoß zu einer Mediation gab, sei klar gewesen, „dass dadurch nicht alle Probleme gelöst werden können. Aber es schien ein gangbarer Weg, um wieder Vertrauen und Respekt aufzubauen.“ Die Bereitschaft, sich auf eine solche Mediation einzulassen, bezeichnete OB Herrera Torrez als Grundvoraussetzung für ein solches Verfahren. Beiden Seiten dankte er für ihre Offenheit.
 
Für das Baudezernat der Stadtverwaltung nahm Dezernent Armin Dattler an dem Verfahren teil, für die Wertheimer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) deren Vorsitzender Ekkehard Ebert. Als Mediator wirkte Wolfram Dreier vom Steinbeis-Transferzentrum für Personalmanagement und Unternehmenskommunikation. Beim Auftaktgespräch im September wurde einvernehmlich klargestellt, dass Ziel der Mediation nicht eine Einigung über das weitere Verfahren im Gewerbegebiet Reinhardshof sei. Ziel sollte vielmehr sein, die zurückliegenden Konflikte soweit beizulegen, dass künftig eine sachliche Zusammenarbeit möglich ist.

Verbindliche Verabredungen
 
Am Ende des Verfahrens – es umfasste drei Termine - bekannten sich beide Seiten zum Neustart und stellten ihre weitere Zusammenarbeit auf die Grundlage verbindlicher Verabredungen. Die erste Verabredung ist bereits eingelöst. Mitte Januar kamen Mitarbeiter des Baudezernats, Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe sowie Vertretern des Landratsamts zu einem Informationstreffen zusammen. Man sprach über die Ergebnisse der Mediation im Sinne des Neustarts und die Verwaltung informierte über aktuelle Planungen.
 
Weiter verabredet wurden regelmäßige Treffen zwischen Verwaltung und Nabu mindestens einmal pro Halbjahr. Außerdem will man sich bei Vor-Ort-Gesprächen treffen, um aktuelle Planungen und Maßnahmen zu besprechen, wann immer beiden Seiten dazu Bedarf sehen. Und schließlich wollen sich Nabu und Verwaltung gegenseitig einladen zu Veranstaltungen, die sowohl fachlichen wie auch kommunikativen Charakter haben können.
 
Diese Verabredungen funktionieren bereits, wie Ekkehard Ebert im Pressegespräch schilderte. So habe ihn die Verwaltung telefonisch informiert, dass im Stadtteil Reinhardshof zwei morsche Bäume gefällt werden müssen. „Damit wusste ich Bescheid und konnte das mitvertreten.“ Das Ergebnis der Mediation brachte er auf den Punkt: „Wir streiten nicht mehr, wir reden miteinander.“

Jetzt folgt ein "Runder Tisch"
 
Die Mediation habe einen fortwährenden Prozess des Austauschs und des aufeinander Zugehens angestoßen, verdeutlichte OB Herrera Torrez. Aufgabe der Verwaltung sei es, Transparenz zu schaffen und die Expertise der Bürgerschaft einzubeziehen. Klar müsse aber auch sein, dass am Ende die Entscheidung in der Verantwortung des Gemeinderats liege.
 
Mit Abschluss der Mediation ist nun auch der Weg bereitet für einen „Runden Tisch“ zur Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Reinhardshof. Er findet voraussichtlich Anfang März statt und soll die Basis für eine Kompromisslösung schaffen. Dazu eingeladen werden Vertreter von Unternehmen, des Naturschutzes, des Landratsamts (Umweltschutzbehörde), der Gemeinderatsfraktionen, der Stadtteilbeiräte Wartberg, Reinhardshof und Vockenrot sowie der Verwaltung.

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