Landkreis ist Modellregion für die Luca-App

Digitale Kontaktnachverfolgung wird erprobt

Im Falle einer Corona-Infektion hilft die Luca-App dabei, Kontakte schnell nachzuverfolgen. Foto: Stadt Wertheim / Shutterstock

Der Main-Tauber-Kreis wird Modellregion für die Luca-App. Die App soll helfen, im Falle einer Corona-Infektion die Kontakte digital, einfach, schnell und datenschutzkonform nachzuverfolgen. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag hat das Landratsamt Main-Tauber-Kreis mit dem Berliner Unternehmen culture4life GmbH geschlossen. Nach einer Erprobungsphase in Tauberbischofsheim soll die App im gesamten Landkreis eingesetzt werden.

Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez begrüßt die Initiative des Landkreises. „Ich freue mich, dass der Landkreis diese digitale Neuerung offensiv angeht. Eine solche App ist in Ergänzung zu Hygienekonzepten und verbindlichen Tests ein gutes Instrument, um Öffnungsschritte in Handel, Gastronomie und Kultur abzusichern, sobald die Infektionsentwicklung das zulässt.“ Die Stadt Wertheim bereite sich darauf vor, die Luca-App sobald wie möglich einzusetzen.

Bei der Vorbereitung und beim Einsatz der digitalen Kontaktnachverfolgung arbeitet der Landkreis laut einer Pressemitteilung im ersten Schritt mit seinem Vertragspartner culture4life zusammen. Auf der Grundlage eines Sicherheitskonzeptes sollen die Betreiber – also Handels-, Gastronomie- und Veranstaltungsbetriebe – und das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises sicher, digital und einfach Daten austauschen können. Dazu unterstützt culture4life sowohl das Gesundheitsamt als auch die Betreiber bei der technischen Umsetzung. Während der Vertragslaufzeit werden Aktualisierungen der Software kostenfrei und zeitnah zur Verfügung gestellt. Dies gilt, bis die geplante Landeslizenz für alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg zur Verfügung steht. Mit dem Modellprojekt sollen vertiefte Erkenntnisse zur digitalen Kontaktnachverfolgung gesammelt und die Luca-App in der Praxis erprobt werden, immer mit dem Ziel, diese noch weiter zu verbessern.

Luca übernimmt die Dokumentationspflicht für Gastronomie- und Einzelhandelsbetriebe sowie für Veranstalterinnen und Veranstalter. Deren Kundinnen und Kunden können die Luca-App nutzen, indem sie einmalig ihre Kontaktdaten angeben. Bei einem Besuch im Restaurant, in einem Laden oder einer Veranstaltung checkt die Kundin oder der Kunde sich elektronisch ein. Jedoch können Betreiberin oder Betreiber die Daten ihrer Gäste selbst nicht auslesen. Vielmehr werden diese unlesbar, zweifach verschlüsselt und auf einem sicheren Server gespeichert und nach 30 Tagen gelöscht. Die Kundin oder der Kunde muss sich nicht in eine Liste eintragen. Die Betreiberin oder der Betreiber hat jederzeit einen Überblick, wie viele Kunden sich in seinen Räumlichkeiten aufhalten.

Wenn sich eine Nutzerin oder ein Nutzer mit dem Coronavirus infiziert hat, kann sie oder er die Historie seiner Besuche in teilnehmenden Betrieben ganz einfach mit dem Gesundheitsamt teilen. Die Daten werden nach dieser Freigabe automatisch und medienbruchfrei in das elektronische Fachverfahren des Gesundheitsamtes übertragen. Das Gesundheitsamt bittet dann die betroffenen Betreiberinnen und Betreiber, ihm die relevanten „Check-Ins“ von Nutzerinnen und Nutzern freizugeben. Nur das Gesundheitsamt kann dann die Daten entschlüsseln und die betreffenden Nutzerinnen und Nutzer informieren, dass sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten.

Nutzerinnen und Nutzer können sich die Luca-App in den gängigen Stores kostenfrei herunterladen. Wer kein Smartphone besitzt, kann sich in den teilnehmenden Betrieben über ein Kontaktformular oder mancherorts durch analoge Schlüsselanhänger mit QR-Codes einchecken.

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