Gute Kita-Betreuung ist eine Daueraufgabe

Bedarfsplanung 2021/22 auf den Weg gebracht

Ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot stellt die Stadt mit der Kita-Bedarfsplanung auch für 2021/2022 sicher. Foto: Stadt Wertheim

Auch in Zukunft soll es in Wertheim ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges Kinderbetreuungsangebot geben. „Wir wollen sicherstellen, dass die Kinder weiter sehr gut betreut werden“, sagte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez in der Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Verwaltung, Kultur, Soziales und Schulen, die als Videokonferenz abgehalten wurde. Das Gremium empfahl dem Gemeinderat einstimmig den Beschluss der Kindertagesstätten-Bedarfsplanung 2021/22. Laut Verwaltungsvorlage soll sich die Gesamtplatzzahl in den Betreuungseinrichtungen um 14 auf 1.220 erhöhen. Die Anzahl der Gruppen in den 23 Einrichtungen soll mit 64 konstant bleiben.

Wie die Kindertagesstätten-Bedarfsplanung erstellt wird, darüber informierte Uwe Schlör-Kempf, Leiter des Referats Bildung und Familie. In Wertheim habe sich bewährt, dass die freien Träger von Kindertagesstätten und – sachbezogen – auch die Einrichtungen selbst frühzeitig in den Prozess einbezogen werden. Gemeinsam habe man auch diesmal wieder einvernehmlich die Planung erarbeitet.

Zur Geburtenentwicklung erläuterte Schlör-Kempf, dass die Anzahl der Kinder über drei Jahren bis zum Schuleintritt in Wertheim seit einigen Jahren relativ konstant ist. Auch die der Neugeborenen bewege sich seit 2018 auf gleichbleibendem Niveau. Für die Kita-Planung relevant ist die nach wie vor hohe Nachfrage nach ortsnahen Krippenplätzen. Dank erheblicher Anstrengungen in der Vergangenheit sei es gelungen, den Bedarf zu einem hohen Prozentsatz abzudecken. Der Referatsleiter bezifferte den Versorgungsgrad in der Gruppe der Null- bis Dreijährigen auf knapp 42,3 Prozent. Bei den Ein- bis Dreijährigen wird er bei rund 67,1 Prozent liegen und bei den Drei- bis Sechsjährigen gibt es mit 106,7 Prozent sogar eine rechnerische Überversorgung. „Wir liegen ganz gut in der Kurve“, sagte er.

Die Erweiterung der Kindertagesstätte Lindelbach, derzeit noch Baustelle, soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Foto: Stadt Wertheim

Eine wichtige Rolle bei der Planung spielt nach wie vor das 2014 eingeführte zentrale Voranmeldesystem „Platz da!“. Schon unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes würden Eltern darauf hingewiesen, sich frühzeitig um einen Betreuungsplatz zu kümmern. Allerdings meldeten nach wie vor bis zu einem Drittel den Platzbedarf erst gut drei Monate vor dem gewünschten Aufnahmedatum an. Deshalb soll die Information über „Platz da!“ künftig noch verstärkt, ein vorhandener Flyer etwa nicht nur im Bürger-Service-Zentrum, sondern auch in entsprechenden Facharztpraxen ausgelegt werden.

Mit insgesamt 210 Fachkräften, davon 150 besetzte Vollzeitstellen, wird in allen Einrichtungen der Mindestpersonalschlüssel erreicht, so der Referatsleiter weiter. Sorgen bereiteten krankheitsbedingte Ausfälle. Hier sei „der Spielraum sehr, sehr eng“. Bisher habe man das kompensieren können und er sei froh über die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen, auftretende Versorgungslücken zu schließen. Laut der Verwaltungsvorlage ist es bislang immer gelungen, alle ausgeschriebenen Stellen rechtzeitig zu besetzen. Den Anstrengungen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, seien aber „irgendwo Grenzen gesetzt“, machte Uwe Schlör-Kempf deutlich.

Den Zuschussbedarf für alle 23 Wertheimer Kindertagesstätten bezifferte der Referatsleiter auf rund 9,53 Millionen Euro im Jahr 2021. Darin enthalten sind Landes- und Bundeszuschüsse in Höhe von etwa 3,53 Millionen Euro.

Zuversichtlich zeigte sich Schlör-Kempf, dass es gelingen wird, für die 2021 und 2022 prognostizierten Engpässe in Wertheim-Ost Übergangslösungen organisieren zu können. So sei es möglich, die Kapazitäten in der Kindertagesstätte in Bettingen kurzfristig im bis zu acht Plätze zu erweitern, „wobei wir uns bewusst sind, dass damit die Zahl dort sehr ausgereizt wird“. Über ein Betreuungsangebot des Tageselternverein Main-Tauber könnten weitere bis zu neun Plätze zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Die Erweiterung der Kindertagesstätte in Lindelbach steht vor dem Abschluss und soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. „Und dann haben wir als Nächstes Kembach fest im Blick.“

Kleinere Neubaugebiete in den Ortschaften und Stadtteilen sind in der Bedarfsplanung berücksichtigt. Gesondert betrachten müsse man hingegen größere Vorhaben wie in Bettingen das Areal „Schweizer Stuben“ und damit möglicherweise verbundene Zuzüge von Familien.

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