Grundschule wird auf Krankenhausgelände neu gebaut

Grundsatzbeschluss im Gemeinderat mit großer Mehrheit

Die Grundschule Wertheim soll auf dem ehemaligen Krankenhausgelände, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gymnasium, neu gebaut werden. Foto: Stadt Wertheim / Peter Frischmuth

Zukünftiger Standort für die Grundschule Wertheim soll das ehemalige Krankenhausgelände am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium sein. Diese Grundsatzentscheidung hat der Gemeinderat am Montag bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen getroffen. Dies sei „eine Entscheidung von großer Tragweite“, machte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez deutlich. Es handele sich aber um einen Standort- und nicht um einen Baubeschluss. Deshalb könnten viele Fragen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantwortet werden.

In den Sitzungen des Verwaltungs- und Finanzausschusses und des Ausschusses für Bauwesen und Umwelt hatten die Gemeinderäte die Frage ausführlich vorberaten: Soll die Grundschule Wertheim am bisherigen Standort „Alte Steige“ oder auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses neu gebaut werden? Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösung wurden gegenübergestellt und abgewogen, pädagogische Gesichtspunkte diskutiert und  finanzielle Auswirkungen in Betracht gezogen. Ein wichtiger Aspekt waren die Synergien von Grundschule und Gymnasium zum Beispiel bei der gemeinsamen Nutzung von Sporthalle und Mensa.

Dass ein Neubau der Grundschule unumgänglich ist, daran erinnerte der Oberbürgermeister, indem er aus einem Gutachten aus dem Jahr 2015 zitierte. Die Untersuchung war zu dem Schluss gekommen, dass das Gebäude grundlegende substanzielle Mängel aufweise und nicht mehr im Bestand sanierbar sei. „Die Bewertung ist eindeutig“, so Herrera Torrez. Ähnliches gelte für die Turnhalle an der Alten Steige.

Schulleiter Lothar Fink wies unter anderem darauf hin, dass sich in einem Neubau an der „Alten Steige“ die bisherige, unzureichende Gebäudestruktur aufgrund des dort nur möglichen Baukörpers kaum verändern lasse. Auf dem Krankenhausgelände hingegen ließen sich zusätzliche, pädagogisch nutzbare Flächen schaffen. Gleichwohl, das verschwieg der Schulleiter nicht, ergab sich bei einem Stimmungsbild an seiner Schule eine Tendenz für den alten Standort. Er selbst neige aber zu einem Umzug in die Nachbarschaft des Gymnasiums.

Das Areal Alte Steige will die Stadt nach Umzug von Gemeinschafts- und Grundschule zu einem Wohnquartier entwickeln. Foto: Stadt Wertheim / Peter Frischmuth

In Wortbeiträgen aus den Reihen des Gemeinderates wurde an frühere Beschlüsse erinnert und daran, dass man sich nach langem Ringen auf ein gemeinsames Schulkonzept geeinigt habe, das nun Schritt für Schritt umgesetzt werde. Besonders wichtig war den Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern die Gewähr, dass für die „Aula Alte Steige“ Ersatz geschaffen wird, gegebenenfalls durch einen angemessenen Ersatzneubau. Dies wurde auch in den Beschluss aufgenommen.

Dieser hält nun den geplanten Neubau und Umzug der Grundschule Wertheim auf das ehemalige Krankenhausgelände am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium fest. Dafür und auch für die auf dem übrigen Areal vorgesehene Wohnbebauung soll nun Planungsrecht geschaffen werden. Für den jetzigen Schulstandort an der Alten Steige soll ein städtebaulicher Wettbewerb stattfinden mit dem Ziel, ein qualitativ hochwertiges Wohnquartier zu entwickeln. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Kosten für den Wettbewerb ebenso zu ermitteln wie die für die Planung der Grundschule und beide Summen für den Haushalt 2023 anzumelden. Darüber hinaus erging der Auftrag, die Planungskosten für die Sanierung und Erweiterung der ehemaligen Grundschule Reinhardshof zu ermitteln und für den Etat 2023 anzumelden. In diesem Gebäude soll laut früherer Beschlussfassung des Gemeinderats die Gemeinschaftsschule Wertheim ihre neue Heimat finden.

„Die Stadt stand schon immer vor neuen, großen Herausforderungen“, erklärte Oberbürgermeister Herrera Torrez auch angesichts einer finanziellen Belastung für den städtischen Haushalt, die sich nach einer groben Schätzung auf rund 18,5 Millionen Euro belaufen könnte. „Die Schulen gehören zu den Pflichtaufgaben der Kommune“, erinnerte der OB. „Ich freue mich darauf, diese Planung mit Ihnen gemeinsam zu entwickeln.“

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