Festakt zur Verabschiedung von Stefan Mikulicz

Hohe Auszeichnungen für Oberbürgermeister a.D.

OB Markus Herrera Torrez (links) für die Stadt und Staatssekretär Wilfried Klenk (rechts) für das Land ehrten OB a.D. Stefan Mikulicz anlässlich seiner Verabschiedung. Foto: Stadt Wertheim

Mit gleich zwei Auszeichnungen wurden die Verdienste des langjährigen Wertheimer Oberbürgermeister Stefan Mikulicz anlässlich seiner Verabschiedung am Freitag gewürdigt. Sein Nachfolger, Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez, verlieh ihm auf Beschluss des Gemeinderats die Ehrenmedaille der Stadt. Staatssekretär Wilfried Klenk, MdL, überreichte ihm die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg. Zu dem Festakt im Arkadensaal des Rathauses waren über 120 Gäste gekommen. Stefan Mikulicz zeigte sich in seinem Schlusswort „richtig überwältigt“ und „dankbar dafür, dass die eigene Arbeit so gewürdigt wird“.

Mikulicz war vom 1. Mai 2003 bis zum 30. April 2019 Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Wertheim. Aus gesundheitlichen Gründen konnte die Veranstaltung zu seiner Verabschiedung nicht früher stattfinden. Darauf eingehend sagte OB Herrera Torrez einleitend und unter starkem Beifall: „Die vielleicht schönste Nachricht der vergangenen Wochen lautete, dass es unserem Oberbürgermeister a.D. Stefan Mikulicz gesundheitlich deutlich besser geht“. In den wenigen persönlichen Kontakten, die bislang möglich gewesen seien, habe er Mikulicz als einen ehrlichen, nachdenklichen Menschen erlebt, der viel Ruhe und Kraft ausstrahle. Weggefährten bescheinigten ihm Humor und Willensstärke, beschrieben ihn als „versöhnlich, gesellig und verlässlich“. Auch Dank der ihm eigenen Charakterzüge und Eigenschaften habe er viel für Wertheim geleistet.
 
Auf die Verdienste ging Herrera Torrez dann im zweiten Teil seiner Laudatio näher ein. Dabei spannte er einen weiten Bogen von der Finanz- und Eurokrise, die auch die Kommunen schwer getroffen habe, über die Schließung der Polizeiakademie und späteren Wiedereröffnung als Hochschule bis hin zu deren zwischenzeitlichen Nutzung als Unterkunft für Geflüchtete. Gerade in dieser Zeit hätten Mikulicz und mit ihm viele Wertheimerinnen und Wertheimer „herausragendes Engagement und beeindruckende Beispiele für Menschlichkeit, gutes Miteinander und Humanität“ gezeigt. „Das wird in der Geschichte der Stadt bleiben.“

Der Festakt im Arkadensaal des Rathauses bot den würdigen Rahmen zur Verabschiedung von Stefan Mikulicz in den Ruhestand. Foto: Stadt Wertheim

Die familienfreundliche Stadt, der Bildungsstandort Wertheim, die wirtschaftliche Entwicklung am Almosenberg, der Neubau der Feuerwache, der erfolgreiche Einsatz für den Ausbau der Autobahn, die Ausweisung von Sanierungsgebieten oder die Intensivierung des Wohnungsbaus waren weitere Stichworte, die deutlich machten: „Oberbürgermeister a.D. Stefan Mikulicz hat sich um Wertheim verdient gemacht“. Mit diesen Worten zeichnete Herrera Torrez anschließend seinen Vorgänger mit der Ehrenmedaille der Großen Kreisstadt Wertheim aus.
 
Zuvor hatte ihm Staatssekretär Wilfried Klenk, MdL, bereits die Staufermedaille verliehen, „eine besondere, persönliche Auszeichnung für Verdienste um das Land Baden-Württemberg und seine Bevölkerung“. Das dafür erforderliche herausragende Engagement habe Mikulicz geleistet „aus der Überzeugung heraus, seinem Land und den Menschen zu dienen“.
 
Der Staatssekretär im Innenministerium zeichnete den Lebensweg des früheren Oberbürgermeisters nach. Stefan Mikulicz habe von der Architektur über die Stadtplanung den Weg in die Kommunalpolitik gefunden. Von Schweden sei er über einen Umweg durch Nordrhein-Westfalen ins liebliche Taubertal gelangt. Auch Klenk ging auf zahlreiche Projekte und Initiativen ein und bescheinigte Mikulicz, nicht nur in Ausnahmesituationen und bei der Krisenbewältigung Ruhe und Überblick bewahrt und stets im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern gestanden zu haben. Er habe „in normalen und in außergewöhnlichen Zeiten auf herausragende Weise Wertheim und seinen Bürgern gedient“.

Stefan Mikulicz im Gespräch mit Weggefährten. Foto: Stadt Wertheim

An viele Momente, in denen die Stadt und das Land eng und erfolgreich zusammengearbeitet haben, erinnerte der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Professor Dr. Wolfgang Reinhart, MdL. Die Leiterin des Büros des Oberbürgermeisters, Manuela Erbacher, bekannte, Stefan Mikulicz als Chef sehr geschätzt zu haben. Seine humorvolle und menschliche Art habe geholfen, auch stressige Zeiten besser zu überstehen. Personalratsvorsitzender Uwe Mahal dankte für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren.
 
Er sei „dankbar dafür, dass die eigene Arbeit gewürdigt wird“, sagte Mikulicz in seinem Schlusswort. Ob man nun miteinander diskutiert oder auch einmal gestritten habe, „wir haben immer ein Ziel verfolgt: eine gute Zukunft für die Stadt und die Region“. Ernst genug sei das kommunalpolitische Geschäft ja eigentlich immer. Aber man müsse auch miteinander lachen können, kommentierte das frühere Stadtoberhaupt zuvor erzählte Anekdoten. Seine Erkrankung habe dazu geführt, dass er vieles jetzt mit anderen Augen sehe.
 
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt im Arkadensaal von Manfred Lindner, Klarinette, Andreas Vogel, Oboe und Michael Roser, Fagott. Das Trio aus dem Ensemble der Ludwigsburger Schlossfestspiele begeisterte mit Stücken von Wolfgang Amadeus Mozart, Jacques Ibert und Libor Shima.

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