Faszinierendes Spiel von Licht, Form und Farbe

Grafschaftsmuseum präsentiert Kaleidoskope

Strahlend bunte Bilder entstehen beim Blick durch ein Kaleidoskop. Grafschaftsmuseum Wertheim

Das Grafschaftsmuseum zeigt vom 6. Dezember bis 26. Januar die Sonderausstellung „Faszination Kaleidoskope“. In vier abgedunkelten Räumen werden die „Licht-Spiegel-Spiel-Bewegungsobjekte“ präsentiert. Sie sind handgefertigt von Monika und Ulrich Karl aus Buhlenberg in Rheinland-Pfalz. Das Künstlerehepaar war am Mittwoch anwesend, als Museumsleiterin Stefanie Arz die Kabinettausstellung vorstellte.

Noch ist die Präsentation im Aufbau, schon findet sie Aufmerksamkeit weit über Wertheim hinaus: Das SWR-Fernsehen war vor Ort und machte Aufnahmen für einen Ausflugstipp, der demnächst in der „Landesschau“ gesendet wird.
 
Die Kaleidoskope tragen so verheißungsvolle Namen wie Traumstern, Tipi, Smarkand oder Spider‘s Dream. Ihnen gemeinsam ist, dass sie mit verschiedenen Spiegelsystemen faszinierende, bunte Bilder erzeugen. Besucher des Grafschaftsmuseums können die Bilderwelten mit Kurbeln oder Schaltern in Bewegung bringen. Zu den einzelnen Modellen liegen schriftliche Erläuterungen bereit.

Faszinierende Kaleidoskope zeigt das Grafschaftsmuseum in der Vorweihnachtszeit. Museumsleiterin Stefanie Arz (rechts) präsentierte die von Monika und Ulrich Karl handgefertigten Modelle. Foto: Stadt Wertheim

Der Kontakt des Grafschaftsmuseums zum Ehepaar Karl, aus deren Werkstatt die Kaleidoskope stammen, besteht seit zehn Jahren. Anschaulich beschrieb Ulrich Karl die kunstvolle Arbeit, die neben Kreativität auch viel mathematisches und technisches Verständnis braucht.
 
Die Kaleidoskop-Bilder entstehen durch hochreflektierende optische Spiegel, die brillante Farben und verzerrungsfreie Reflektionen widergeben. Kleinste Drehbewegungen genügen, dass sich immer wieder neue, einmalige Kompositionen aus Licht, Form und Farbe zusammenfügen. Je nachdem, in welchem Winkel die Spiegel zueinander stehen und ob zwei oder drei Spiegel verwendet werden, entstehen unterschiedliche Grundmuster beziehungsweise Spiegelsymmetrien.
 
Die Bilderwelt eines Kaleidoskops steckt voller Symbolik und Metaphorik. Deshalb ist sie eine Kunstform, die auch meditatives und therapeutisches Potential hat: Die im Spiel von Licht und Farbe entstehenden Bilder wirken fantasieanregend und beruhigend.
 
Erfunden hat das Kaleidoskop 1816 der schottische Philosoph und Naturwissenschaftler Sir David Brewster. Beliebt war es nicht nur in den Salons des viktorianischen Englands, es wanderte auch erfolgreich nach Amerika aus. Als im 19. Jahrhundert die Bilder laufen lernten, geriet das Kaleidoskop jedoch in Vergessenheit, bis es Ende der 1970er Jahre ein strahlend-buntes Comeback erlebte.

Ansprechpartner

Stadtverwaltung Wertheim
Telefon 09342 / 301-0
Telefax 09342 / 301-500
E-Mail-Kontakt