Einzelhandelsstandort Wertheim schneidet gut ab

Neue Kaufkraftanalyse liegt vor / Top bei Zentralität

Wertheim punktet als Einkaufsstandort bei der aktuellen Kaufkraftanalyse der IHK Heilbronn-Franken. Archivfoto: Stadt Wertheim

Die IHK Heilbronn-Franken erarbeitet alle zwei Jahre eine Kaufkraftanalyse, um Entwicklungen im Bereich Einzelhandel aufzuzeigen. Jetzt liegt die aktuelle Ausgabe 2019 vor. Sie beleuchtet die einzelhandelsrelevante Kaufkraft, den stationären Einzelhandelsumsatz und die Einzelhandelszentralität. In allen drei Kategorien steht Wertheim gut da, so das Ergebnis der Auswertung. Im Vergleich der acht Mittelzentren in der Region Heilbronn-Franken, zu denen Wertheim gehört, hat sich die Main-Tauber-Stadt erneut gut behauptet.

Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ist zwischen 2017 und 2019 in der Region Heilbronn-Franken um 9,7 Prozent gestiegen. Sie hat damit ein höheres Wachstum als Baden-Württemberg (plus 9,3 Prozent) und Deutschland (plus 7,6 Prozent). Beim Mittelzentrum Wertheim liegt das Wachstum lediglich bei 4,9 Prozent. Mit einer Kaufkraftsumme von rund 160 Mio. Euro liegt Wertheim auf Platz 6 der insgesamt acht Mittelzentren. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft pro Einwohner konnte in Wertheim im Vergleichszeitraum hingegen um 8,6 Prozent (von 6.499 Euro auf 7.063 Euro) gesteigert werden.

Der stationäre Einzelhandelsumsatz (ohne Onlinehandel) in der Region ist seit 2017 ebenfalls gewachsen. Der Anstieg um 6,5 Prozent ist doppelt so hoch wie beim letzten Vergleich von 2015 zu 2017. Damit liegt die Wachstumsrate über der für Deutschland (plus 6,2 Prozent), aber dennoch unter der von Baden-Württemberg (plus 7,3 Prozent). In Wertheim lag der Zuwachs mit 7,5 Prozent deutlich über dem regionalen Durchschnitt. Mit einem Betrag von rund 246 Mio. Euro hat die Main-Tauber-Stadt ihren vierten Platz im Vergleich der acht Mittelzentren verteidigt. Beim Einzelhandelsumsatz pro Einwohner hat Wertheim zugelegt und liegt mit 10.840 Euro auf Platz drei der „Top 10 Kommunen mit dem höchsten Einzelhandelsumsatz pro Einwohner“ in der Region hinter dem Spitzenreiter Neckarsulm (11.749 Euro) und der Stadt Michelfeld (10.966 Euro).
 
Die Einzelhandelszentralität gibt wieder, wie attraktiv ein Einzelhandelsstandort für Auswärtige ist. Bei einem Wert über 100 fließt mehr Geld in den Einzelhandel einer Region oder Stadt als gleichzeitig abfließt, weil auch Kunden von außerhalb zum Einkaufen kommen. In der Region Heilbronn-Franken liegt der Wert mit 93,5 unter dem Landesdurchschnitt (96,3) und ist im Vergleich zu 2017 um 1,6 Punkte gesunken.

Alle zwei Jahre legt die IHK eine Kaufkraftanalyse liegt vor.

Wertheim hingegen gehört mit einer Zentralitätskennziffer von 175,3 zu den „Top 10 –Kommunen mit der höchsten Einzelhandelszentralität“ in der gesamten Region. Im Vergleich zu 2017 (168,8) konnte die Stadt Wertheim ein Plus um 3,9 Prozent auf 175,3 verzeichnen. Damit hat Wertheim wieder die zweithöchste Einzelhandelszentralität nach dem Mittelzentrum Neckarsulm (185,4) und liegt damit noch vor dem Oberzentrum Heilbronn (151,6). Innerhalb der Top 10 Kommunen kann nur Wertheim von 2017 auf 2019 eine Steigerung der Einzelhandelszentralität vorweisen. Dazu tragen auch das Outlet-Shopping-Center „Wertheim Village“ mit seiner überregionalen Ausstrahlung und seinem weiten Einzugsbereich sowie der Tourismus in der Wertheimer Altstadt bei, so die IHK in ihrer Bewertung.
 
Die Differenz zwischen einzelhandelsrelevanter Kaufkraft und stationärem Einzelhandelsumsatz steigt in der Region von Jahr zu Jahr, so eine wichtige Erkenntnis der neuesten Kaufkraftanalyse. Die Menschen haben zwar mehr Geld für den Konsum zur Verfügung als noch vor zwei Jahren, geben aber im stationären Einzelhandel weniger aus. Der Onlinehandel hingegen wächst, sein Anteil am Einzelhandelsumsatz steigt. Insgesamt geht dem stationären Einzelhandel in der Region Heilbronn-Franken im Jahr 2019 ein Umsatz von circa 1,2 Milliarden Euro verloren.
 
Ungefähr jeder fünfte Euro, so die IHK, der den Einwohnern in Heilbronn-Franken für den Konsum im stationären Einzelhandel theoretisch zur Verfügung stehen würde, findet also den Weg in die Kassen der lokalen Einzelhändler nicht. Diese Differenz liegt an dem Kaufkraftabfluss in andere Regionen und Länder oder in den stark wachsenden Onlinehandel, aber auch an den sich ändernden Lebensweisen der Bevölkerung, die Geld beispielsweise während Auslandsurlauben im dortigen Einzelhandel ausgibt, so die IHK weiter.
 
Die neue Kaufkraftanalyse mit Kennzahlen für die Region Heilbronn-Franken 2019 steht auf der Internetseite der IHK Heilbronn-Franken unter
www.heilbronn.ihk.de/infothek/ihkhnortkaufkraftanalsyse.aspx.

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