CO2-Ampeln warnen bei dicker Luft im Klassenzimmer

Stadt hat Geräte beschafft / Regeln im neuen Corona-Schuljahr

Die Stadtverwaltung stattet die Wertheimer Schulen mit CO2-Messgeräten aus. Natalja Mehler und Matthias Fleischer vom Referat Bildung und Familie kümmern sich um die Verteilung. Foto: Stadt Wertheim

Wenn am Montag in Wertheim die Schule wieder losgeht, müssen sich Kinder, Eltern und Lehrer auf neue Corona-Regeln einstellen. Wechsel- und Fernunterricht soll es nicht mehr geben, auch bei steigender Inzidenz will die Landesregierung am Präsenzunterricht festhalten. Außerdem hat das Land die Quarantäneregeln für Schulkinder gelockert. Masken- und Testpflicht bleiben dagegen in Kraft. Auch das regelmäßige Lüften wird den Schulalltag weiter begleiten. Dazu hat die Stadt als Schulträger in den Sommerferien Messgeräte beschafft, die bei schlechter Luft Alarm geben.

In der aktuellen Schul-Verordnung, die Ende August veröffentlicht wurde, ist die Inzidenz als Maßstab für Einschränkungen entfallen. Es gibt jetzt keine Regel mehr, die Wechsel- oder Fernunterricht ab dem Überschreiten eines bestimmten Inzidenzwertes vorschreibt. Dafür gilt jetzt wieder die Präsenzpflicht. Das heißt: Wenn Kinder dem Unterricht fernbleiben, müssen die Eltern ein ärztliches Attest vorlegen.

Die Maskenpflicht bleibt bestehen, ebenfalls unabhängig von der Inzidenz. Ausnahmen gelten weiterhin zum Beispiel für den Sportunterricht, beim Singen, Essen und Trinken. Auch die Testpflicht gilt im neuen Schuljahr weiter, sowohl für die Schulkinder wie auch für das schulische Personal. Davon ausgenommen sind Menschen, die geimpft oder genesen sind.

Wenn es einen Infektionsfall gibt, tritt im neuen Schuljahr das Testen an die Stelle von Quarantäne: Sollte ein Mitschüler infiziert sein, muss nicht mehr automatisch die ganze Klasse in Quarantäne. In den weiterführenden Schulen müssen sich alle Schüler der Klasse stattdessen fünf Tage lang täglich testen lassen. In den Grundschulen reicht ein einmaliger Test vor Wiederbetreten der Schule aus. Für alle Klassenstufen aber gilt: Der Unterricht darf, wenn ein Corona-Fall aufgetreten ist, für fünf Tage nur in diesem Klassenverbund erteilt werden. Oberstes Gebot sind dann möglichst konstante Gruppen, um das Risiko der Infektionsausbreitung zu senken.

Schulräume müssen spätestens alle 20 Minuten gelüftet werden – außer CO2-Ampeln warnen vorher. Dann ist das Lüften schon vor der 20-Minuten-Spanne obligatorisch. 147 dieser Messgeräte hat die Stadtverwaltung in den Sommerferien beschafft, das Referat Bildung und Familie liefert sie diese Woche an die Schulen aus. Dort waren vor den Sommerferien bereits 77 Ampeln im Einsatz, so dass im neuen Schuljahr mit insgesamt 224 Geräten eine flächendeckende Versorgung gesichert ist. Ein CO2-Messgerät kostet 200 Euro. Zur Finanzierung nutzt die Stadtverwaltung entweder das Corona-Schulbudget oder bemüht sich um einen 50-prozentigen Zuschuss aus einem Sonderprogramm des Landes.

Auch bei der Ausstattung schwer belüftbarer Schulräume mit mobilen Luftfilteranlagen steht die Stadt nicht am Anfang. 13 dieser Geräte waren im letzten Schuljahr bereits im Einsatz. 13 weitere hat die Stadt in den Sommerferien bestellt, nachdem die Richtlinien des Landesförderprogramms klar waren. Die Beschaffung kostet knapp über 60.000 Euro, die Hälfte trägt das Land. Mit einer Lieferung rechnet die Verwaltung bis Ende Oktober / Anfang November. Aber auch Räume, in denen mobile Luftfilter zum Einsatz kommen, müssen nach den Corona-Vorgaben des Landes regelmäßig gelüftet werden.

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