Bereich hinter der Stiftskirche weiterhin gesperrt

Weitere Mauern müssen aufwändig saniert werden

Die Mauer hinter der Stiftskirche ist nicht standsicher. Der Zugang zur Tiefgarage muss bis nach der Sanierung gesperrt bleiben. Foto: Stadt Wertheim

Der 17. Dezember vergangenen Jahres wird den Wertheimern lange in Erinnerung bleiben. In den frühen Morgenstunden war ein Teil der Stützmauer hinter der Stiftskirche eingestürzt. Die Unglücksstelle wie auch der Zugang zur Tiefgarage Altstadt sind seitdem aus Sicherheitsgründen gesperrt. Und das wird auch so bleiben, voraussichtlich mindestens bis Sommer 2021. Zwar ist die Sanierung der einem privaten Eigentümer gehörenden Stützmauer im Gange. Auf den Einsturz folgende Untersuchungen haben aber ergeben, dass es auch im anschließenden Mauerwerk Handlungsbedarf gibt. Hier ist die Stadt als Eigentümerin gefragt. „Wir kümmern uns um die Sicherheit der Mauern. Das hat höchste Priorität“, betonte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez.

„Informationen, die es in sich haben“, hatte der OB am Ende der Sitzung des Ausschusses für Bauwesen und Umwelt in der Main-Tauber-Halle angekündigt. Wolfgang Kron, Abteilungsleiter im Referat Tiefbau, berichtete zunächst über den Stand der Sanierungsarbeiten. Hier laufen zur Zeit die Tragwerksplanungen und die Ausschreibungen für den Wiederaufbau der eingestürzten Mauer. Keine guten Nachrichten hatte Kron von den Untersuchungen, die an den „städtischen Mauern“ vorgenommen worden sind. Er sprach unter anderem von einem „entfestigten Mauerverband“. Ein Drittel der Mörtelfugen besäßen keinen inneren Zusammenhalt, das Gleichgewicht sei labil. Deshalb werde eine kurzfristige Instandsetzung empfohlen.

Auch die Treppenanlage Richtung Schlossgasse zeigt Schäden. Foto: Stadt Wertheim

Der OB fasste die Informationen so zusammen: „Die Mauer hinter der Stiftskirche ist derzeit nicht mehr standsicher. Die schmerzhafte aber unumgängliche Konsequenz ist die noch lange andauernde Sperrung des Bereichs.“ Die Reparaturmaßnahmen sind aufwändig. Die innere Standsicherheit des städtischen Mauerabschnitts soll durch Injektionen mit Trasszement und Spiralanker wiederhergestellt werden. Die äußere Standsicherheit soll durch Anker aus Kleinbohrverpresspfählen gewährleistet werden.
 
Nicht gut war auch der Befund zur Treppenanlage hinauf in Richtung Schlossgasse. Hier konstatierten die Fachleute laut Wolfgang Kron an der Mauer deutliche Ausbauchungen sowie Verkippungen und Risse im Mauerwerk. Auch hier muss die Stadt für Sicherheit sorgen. Bei der Sanierung soll die Mauerschale mit dem dahinterliegenden Betonkörper durch Spiralanker statisch verbunden werden.
 
Die vorläufige Kostenprognose für beide Maßnahmen bewegt sich zwischen 400.000 Euro und 500.000 Euro. Mögliche Zuschüsse sind dabei noch nicht berücksichtigt. Vorausgesetzt der Gemeinderat stellt die notwendigen Mittel im Haushalt 2021 zur Verfügung, könnten die Planung beauftragt und Zuschüsse aus der Denkmalpflege beantragt werden. Sanierungsbeginn wäre, wenn alles planmäßig läuft, zu Beginn des Jahres 2021. Bis zum Sommer des gleichen Jahres könnten die Arbeiten abgeschlossen werden.

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