Badische Landesbühne kündigt neue Spielzeit an

Acht Aufführungen sind in Wertheim geplant

In der neuen Spielzeit der Badischen Landesbühne sind auch wieder Aufführungen vor der eindrucksvollen Kulisse der Burg geplant. Archivfoto: Stadt Wertheim

Die Badische Landesbühne (BLB) kündigt das Programm für die im Herbst beginnende Theatersaison 2021/2022 an. In Wertheim sind acht Aufführungen geplant. Es bleibt zu hoffen, dass die Corona-Situation entspannt bleibt und die Badische Landesbühne alle ihre Pläne verwirklich kann. „Wir schauen mit Optimismus in die Zukunft und freuen uns auf das Wiedersehen mit unserem Publikum“, sagt Intendant Carsten Ramm.

Die neue Spielzeit wird am 19. Oktober mit dem Schauspiel „Professor Unrat“ in einer Bühnenfassung von John von Düffel nach dem Roman von Heinrich Mann eröffnet. Der tyrannische Gymnasiallehrer Raat glaubt felsenfest an die bürgerlichen Werte seiner Zeit. Er lernt die Tänzerin Rosa Fröhlich kennen, erliegt ihrem erotischen Charme und wird zum Amokläufer gegen das System. Regisseur Arne Retzlaff macht aus dem weltberühmten Roman ein sinnliches Theatererlebnis mit Live-Musik.

Graham Greenes „Unser Mann in Havanna“ steht am 23. November auf dem Programm. Er ist ein Klassiker der Agenten-Literatur und spielt in Kuba kurz vor Castros Revolution. Da den Staubsaugerverkäufer Wormold Geldsorgen plagen, nimmt er das Angebot an, für den britischen Geheimdienst zu arbeiten. Er hat keine Ahnung von Spionage, aber eine blühende Phantasie. Ein Spiel mit dem Feuer. Carsten Ramm bringt den parodistischen Agenten-Thriller mit fünf Schauspielern in über 30 Rollen auf die Bühne. Der Musiker Hennes Holz begleitet den Abend mit kubanischen Klängen.

Theresia Walser zählt zu den sprachlich versiertesten zeitgenössischen Dramatikerinnen. Ihre Stücke zeichnen sich durch grotesken Humor und wortverspielten Wahnwitz aus. In ihrer bitterbösen Politsatire „Die Empörten“ lässt sie am 21. Dezember die Aufregung unserer hysterischen Gesellschaft hochkochen und entlarvt damit die Doppelmoral der politischen Konflikte unserer Zeit. Regie führt Alexander Schilling.

„Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller ist nicht nur eine mitreißende Liebesgeschichte, sondern auch ein Politthriller mit tödlichem Ausgang. Joerg Bitterich und Petra Jenni inszenieren den Klassiker mit dem Ensemble der Jungen BLB. Das Stück steht für die Abonnenten des Abendspielplans am 8. März auf dem Programm.

„Der Hauptmann von Köpenick“ ist bis heute eine Ode an all jene, die den Widerstand gegen wirklichkeitsfremde Gesetze und ein unmenschliches System wagen. Ohne Papiere bekommt der Ex-Häftling Voigt keine Arbeit und ohne Arbeit keine Papiere. Um sich aus dieser bürokratischen Zwickmühle zu befreien, verkleidet er sich als Hauptmann und besetzt kurzerhand das Köpenicker Rathaus. Arne Retzlaff inszeniert die Erfolgskomödie von Carl Zuckmayer. Sie ist in Wertheim am 26. April zu sehen.

Unter dem Titel „Loving the Alien“ entwickeln der Regisseur Alexander Schilling und der musikalische Leiter Sebastian Rotard einen David-Bowie-Abend. Er steht am 24. Mai auf dem Spielplan. Die Inszenierung wirft Schlaglichter auf die spannende Biographie der wandelbaren Pop-Ikone und feiert die fantastische Musik des Ausnahmekünstlers.

Als Sommerstück für die ganze Familie bringt die BLB „Rapunzel oder wen die Liebe trifft“ am 28. Juni um 17 Uhr auf die Freilichtbühne der Wertheimer Burg. Katharina Schlenders moderne Theateradaption des Grimm-Märchens erzählt von Liebe, Angst und Mut und ist ein witziges Plädoyer für Zweisamkeit und Unabhängigkeit.
Am gleichen Abend um 20.30 Uhr schließt der „Sommernachtstraum“ die Saison ab. Das Verwirrspiel um Träume, Phantasien und Identitäten und gehört zu Shakespeares beliebtesten und facettenreichsten Komödien, die es immer wieder neu zu entdecken gibt. An der BLB ist es bereits Tradition, sie alle zehn Jahre auf die Freilichtbühne zu bringen; dieses Mal unter der Regie von Evelyn Nagel.

Die Wertheimer Spieltermine finden – mit Ausnahme der Freiluftaufführungen – stets in der Aula Alte Steige statt. Beginn ist in der Regel um 19.30 Uhr.

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