Ausstellung über private Interieurs wird verlängert

Schlösschen zeigt "Zu Gast bei..." noch bis 1. November

Ausschnitt aus Max Fabians Gemälde "Interieur (Paretz)"aus dem Stadtmuseum Berlin. Foto: Stiftung Stadtmuseum Berlin

Das Kunstmuseum „Schlösschen im Hofgarten“ hat nun die Bestätigung, dass die Ausstellung "„Zu Gast bei…"- private Interieurs" von 1850 bis 1965 kann verlängert werden kann. Der Direktor und Chef-Kurator des Humboldtforums im rekonstruierten Stadtschloss Berlin, Paul Spies, hat den Vertrag unterschrieben. Die aufwändig vorbereitete Ausstellung, die auch Leihgaben aus der Hauptstadt beinhaltet, ist nun bis zum 1. November in Wertheim zu sehen. Ergänzende Vorträge sind für den Frühherbst in Planung, sofern die Corona-Situation dies zulässt.

Die Ausstellung musste kurz nach ihrer Eröffnung schließen. Der durch Aktivitäten von Mitgliedern des Förderkreises „Schlösschen im Hofgarten“ initiierte Youtube-Kanal „Kunstmuseum Schlösschen im Hofgarten Wertheim“ ermöglichte jedoch einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellungsräume. Dieses Angebot löste weltweite Reaktionen aus; Rückmeldungen kamen u.a. aus Österreich, Frankreich, Dänemark und aus Übersee.
 
Die Gemälde aus der Zeit von 1850 bis 1965 gewähren ganz private Einblicke in die Lebenskultur ihrer Bewohner. Gerade in der gegenwärtigen Zeit sind Innenräume, ihre Gestaltung und Nutzung von großer Relevanz. Ein hervorragendes Beispiel dafür, welch Aussagekraft und Bedeutung ein solches Gemälde haben kann, ist Max Fabians im Jahre 1920 entstandenes "Interieur (Paretz)". Bei der scheinbar gutbürgerlichen Wohnstube handelt es sich tatsächlich um eine Innenraumdarstellung des Schlosses Paretz. Das unweit von Berlin gelegene Landschloss war einer der Lieblingswohnorte der um 1800 beliebten und populären preußischen Königin Luise. Sie war eine vergleichsweise bescheidene Frau, die nicht im Prunk leben wollte. Fabians lichtdurchflutetes Gemälde bringt dies deutlich zum Ausdruck.
 
Schloss Paretz fristete nach 1945 ein stiefmütterliches Dasein. Nach der Wende 1989 konnte man das Schloss aufgrund derartiger Innenraumdarstellungen weitgehend rekonstruieren. Tapeten und Möbel aus Museen und Depots wurden mit Hilfe von Bildern zugeordnet, so dass man heute wieder die unbeschreiblich schöne und gesamte Atmosphäre vor Ort erleben kann. Nach einem langen Dornröschenschlaf ist Schloss Paretz wieder auferstanden, vergleichbar dem Schlösschen im Hofgarten.

Öffnungszeiten des Museums „Schlösschen im Hofgarten“: Dienstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 12 bis 18 Uhr. Weitere Infos unter www.schloesschen-wertheim.de.

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