Auftakt zum Kunstsommer 2020 auf der Burg

Zwei Künstlerinnen präsentieren sich ab 5. Juli

Skulptur „Red Head“ aus geschliffenen und poliertem Massivglas von Mechthild Ehmann. Foto: Veranstalter

Auch in diesem Jahr gibt es auf der Wertheimer Burg wieder einen Kunstsommer – zum dritten Mal seit 2018. Erneut wird es zwei Ausstellungen geben, kuratiert von dem Galeristen Axel Schöber in Kooperation mit der Stadt Wertheim. Die erste widmet sich vom 5. Juli bis zum 7. August unter dem Titel „Innenleben“ den Werken der Bildhauerin Mechtild Ehmann und der Malerin Dorothea Schüle. Beide sind mehrfach preisgekrönt.

Die Skulpturen der 1963 in Schwäbisch Gmünd geborenen und heute im Schwarzwald lebenden Mechtild Ehmann sind gekennzeichnet von Sinnlichkeit, Konzentration und Verdichtung. Kritiker bescheinigen der Künstlerin, sie gehöre mit ihrer klassischen Auffassung von bildhauerischer Sprache und in vager Verwandtschaft zu Brancusi, Arp und Hepworth zu den stillen Durchdringern, mit einer ganz unzeitgemäßen Leidenschaft für Form und Material. Ihre auf einem winzigen Auflagepunkt ausbalancierten und dadurch beweglichen Skulpturen überraschten und beglückten durch ihre unerwartete Leichtigkeit und ihre sinnliche Emotionalität, die den Betrachter unwillkürlich zum Anfassen verführten.

Das Gemälde „Blues“ von Dorothea Schüle, ausgeführt in Ölfarbe auf Nessel. Foto: Veranstalter

Die Bilder der in Pforzheim geborenen Dorothea Schüle ließen sich auf zweifache Art lesen, schrieb einmal Manfred Schneckenburger: Einmal als Ausdruck eines Lebensgefühls, das sich Metaphern sucht und sich an ihnen abarbeitet. Eine andere Lesart wäre die des klassischen Stillebens. Die ihr bescheinigte überschwängliche Kraft und Authentizität ihrer Malerei ist wohl auch mit ursächlich dafür, dass Dorothea Schüle die Inselmalerin 2020 der Sylter Kunstfreunde ist.
 
Ob Ehmanns Skulpturen oder Schüles Gemälde – fast alle Werke beschäftigen sich letztlich mit dem Licht, das auf vielfältige Weise seinen Weg durch die Materie nimmt. Dadurch gewinnt die Ausstellung „Innenleben“ eine sinnliche, fast meditative Basis. Insgesamt entsteht eine hoch ästhetische Energie, die zudem von der besonderen Atmosphäre der historischen Räumlichkeiten des Neuen Archivs der Burg Wertheim getragen wird.
 
Startschuss für den Kunstsommer 2020 im Neuen Archiv auf der Burg ist am Sonntag, 5. Juli, um 11 Uhr bei einer Vernissage in Anwesenheit der Bildhauerin Mechthild Ehmann. Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 7. August jeweils Donnerstag bis Sonntag von 10.30 bis 17 Uhr sowie vor Veranstaltungen nach Absprache. Außerdem gibt es ein „Corona-Spezial“: mittwochs ab 10.30 Uhr finden im Halbstunden-Takt Führungen von jeweils etwa 20-minütiger Dauer für Familien beziehungsweise Kleinstgruppen nach Absprache statt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.art-isotope.de.

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