Städteappell für sichere Öffnungsstrategie

Auch Wertheim drängt auf Abkehr vom Stillstand

Foto: Stadt Wertheim

Mit einem Appell wenden sich Städte in der Region an die Landesregierung. Sie wollen eine sichere Öffnungsstrategie und damit eine Perspektive für ihre Bürgerschaft und die lokale Wirtschaft. Auch die Stadt Wertheim ist Teil dieser Initiative. Oberbürgermeister Markus Herrera: „Es ist an der Zeit, Alternativen zum fortdauernden Stillstand zu entwickeln. Wir in Wertheim sind dazu bereit.“

In dem gemeinsamen Schreiben an Ministerpräsident Kretschmann sowie an das Sozial- und Wirtschaftsministerium zeigen die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Region auf, wie eine sichere Öffnungsstrategie aussehen könnte. Ihr Vorschlag umfasst vier Bereiche:

  • Corona-Schnellteststrukturen ausbauen, verpflichtend machen und einen Tagespass einführen.
  • Ergänzend soll das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen in den Innenstädten verpflichtet werden, begleitet von der konsequenten Kontrolle der AHA LA-Regeln.
  • Die Impfstrategie beschleunigen, vor allem im Hinblick auf ausreichend Impfstoff in vier bis sechs Wochen. In Ergänzung zu den Hausarztstrukturen bieten die Städte an, gegebenenfalls auch kommunale Impfzentren aufzubauen, um viele Menschen schnell und effizient zu impfen. Dies sollte im Rahmen eines Katastrophenschutzmanagements und Einbezug aller staatlichen Institutionen erfolgen.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kunden im Einzelhandel infizieren, ist laut TU Berlin und anderen Institutionen sehr gering. Aus diesem Grund sprechen sich die Städte für eine Öffnungsstrategie unabhängig von der Inzidenz aus. Grundsätzlich soll der Zugang zu Geschäften, Bildungs-, Sozial- und öffentlichen Einrichtungen, Gastronomie, Kunst-und Kultureinrichtungen usw. ermöglicht werden, wenn ein Testnachweis (Tagespass) vorgelegt werden kann oder die betreffende Einrichtung einen Schnelltest als Zugangsvoraussetzung selbst vornimmt. Zudem soll eine Kontakterfassung in den Betrieben erfolgen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung der Luca-App dar.

In dem Schreiben heißt es weiter: „Ziel soll es sein, gerade in Zeiten steigender Inzidenzen weitere Öffnungsschritte „sicher“ zu ermöglichen. Unsere Teststrukturen sind vorhanden und könnten in Richtung eines verpflichtenden Tagestickets umgebaut werden. Zusammen mit der konsequenten Kontrolle der AHA LA-Regeln bekommen wir diese Pandemie in den Griff und ermöglichen den Bürgern und der Wirtschaft eine wirkliche Perspektive. Lieber mit Einschränkungen alles öffnen, anstatt Existenzen zu ruinieren.

Gemeinsam können Land und Kommunen vor Ort akzeptable Möglichkeiten schaffen, die steigende Inzidenz umkehren sowie Wirtschaft und Bürgerschaft Perspektiven bieten. Bitte geben Sie uns die Möglichkeit, Sie hierbei zu unterstützen!“

Unterzeichnet ist das Schreiben von den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der Kommunen, die sich zu dieser Initiative zusammengeschlossen haben. Neben Wertheim sind dies Bad Friedrichshall, Bad Mergentheim, Bad Rappenau, Brackenheim, Crailsheim, Eppingen, Künzelsau, Lauda-Königshofen, Öhringen, Neckarsulm, Schwäbisch Hall und Tauberbischofsheim.