Wann ist es ein Treffen, wann eine private Veranstaltung?

Neue Corona-Regeln lösen hohen Beratungsbedarf aus

Den Unterschied zwischen „Ansammlung“ und „privater Veranstaltung“ regelt die neue Corona-Verordnung. Foto: Stadt Wertheim / Shutterstock

Eigentlich sollte mit der Neufassung der Corona-Verordnung des Landes ab dem 1. Juli alles viel einfacher und unkomplizierter werden. Das ist aber längst nicht überall der Fall. Vor allem die Unterscheidung zwischen einer Ansammlung und einer privaten Veranstaltung sorgt für viele Nachfragen und einen hohen Beratungsbedarf. Das berichtete Volker Mohr, der Leiter des städtischen Ordnungsamtes in der jüngsten Schaltkonferenz des Corona-Lenkungsstabes.

Seit Monatsbeginn dürfen sich im öffentlichen, genauso wie vorher schon im privaten, Raum bis zu 20 Menschen treffen. Sind diese Personen in gerader Linie miteinander verwandt, Geschwister und deren Nachkommen, oder gehören sie einem Haushalt an, dann können die Gruppen auch größer sein. Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und einen Mindestabstand einzuhalten, gilt in all diesen Fällen nicht. „Als Treffen oder Ansammlungen gelten spontane Zusammenkünfte, die nicht von langer Hand vorbereitet sind“, erklärt Mohr.
 
Und damit unterscheiden sie sich von privaten Veranstaltungen und Feiern wie etwa Hochzeiten, Geburtstagen, Jubiläen oder Taufen. Denn diese sind, im Sinne der Corona-Verordnung, „zeitlich und örtlich begrenzte und geplante Ereignisse mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer privaten Veranstalterin oder eines privaten Veranstalters, an denen eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt“, zitiert der Ordnungsamtsleiter. An diesen Veranstaltungen oder Feiern dürfen höchstens 100 Gäste teilnehmen und zwar unabhängig von ihrem Verwandtschaftsgrad. Sie können sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum stattfinden.
 
Bei Ansammlungen oder reinen Familientreffen sind Abstands- und Hygieneregeln kein Muss, werden aber zum Schutz der Gesundheit empfohlen. Bei privaten Veranstaltungen und Feiern hingegen sind sie auf jeden Fall verpflichtend. Die Daten der Gäste müssen zudem dokumentiert werden und es gilt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot für Menschen, die in den vorangegangenen zwei Wochen in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person standen oder die selbst typische Symptome einer Infektion aufweisen. „Schon deshalb sollte niemand auf die Idee kommen, eine Ansammlung zu einer Veranstaltung zu erklären, weil er glaubt, sich dadurch mit mehr Menschen treffen zu können,“ so die dringende Empfehlung des Ordnungsamtsleiters.