Corona erfordert Verzicht auf "normale" Ostern

Informationen aus dem Lenkungsstab der Stadt

Der Osterschmuck hängt, dochauf viele liebgewordene Traditionen muss dieses Jahr verzichtet werden. Foto: Stadt Wertheim

Ein Virus kennt keine Feiertage. Dieses Jahr müssen die Wertheimer auf viele liebgewordene Traditionen des Osterfestes verzichten: Familientreffen, Gottesdienste, Kurzurlaube, Restaurantbesuche und mehr. Das fällt sicher nicht leicht, ist aber notwendig, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie weiter in Schach zu halten. Deshalb formulierte auch der Lenkungsstab der Stadt heute einen Appell an Einsicht und Verantwortungsbewusstsein der Bürgerschaft. „Wir haben gemeinsam schon eine ordentliche Strecke bewältigt. Bitte helfen Sie weiter mit, indem Sie die Abstands- und Kontaktregeln einhalten,“ sagte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez.

Die ganz große Mehrheit verhält sich vorbildlich. Der geringe Anteil der Uneinsichtigen in Wertheim lässt sich genau beziffern: Das städtische Ordnungsamt muss bislang 40 Bußgeldverfahren einleiten, die sich auf eine Summe von 14.000 Euro addieren. Überwiegend geht es um Verstöße gegen das Ansammlungsverbot in der Öffentlichkeit, wie Referatsleiter Volker Mohr erläuterte.
 
Die weiteren Themen im heutigen Lenkungsstab der Stadtverwaltung:

Wiederaufnahme des Schulbetriebs
Nach den Osterfeiertagen wollen Bundesregierung und Länder darüber sprechen, wann die Zeit für erste Lockerungen des Shutdowns gekommen ist. Das baden-württembergische Kultusministerium erwägt, den Schulbetrieb nach den Osterferien stufenweise wiederaufzunehmen. Dabei wird man eventuell mit den Abschlussklassen starten. „Noch ist alles Spekulation“, ordnete Dezernent Helmut Wießner die bisherigen Informationen ein. Die Stadt Wertheim als Schulträger stehe auf jeden Fall Gewehr bei Fuß. Im Laufe der nächsten Woche erwarte man Klarheit.

Ausgangssperre für Pflegeheime
Für Bewohner von Pflegeheimen hat die Landesregierung den Ausgang weiter eingeschränkt. Sie dürfen die Einrichtung unter anderem nur noch bei dringenden Arztbesuchen oder medizinischen Behandlungen verlassen. Einkäufe für den täglichen Bedarf, Besuche bei Optikern oder der Gang in die Apotheke sind untersagt und nur erlaubt, wenn der Bedarf nicht im Pflegeheim gedeckt werden kann. Der Lenkungsstab der Stadt geht davon aus, dass diese Regelungen in den Wertheimer Einrichtungen strikt beachtet werden. „Gerade ältere Menschen gilt es besonders zu schützen,“ betonte Oberbürgermeister Herrera Torrez und bat gleichzeitig auch alle Familienangehörigen um Verständnis für diese „sicher schmerzlichen, aber notwendigen Einschränkungen.“

Gruppenbildung auf dem Marktplatz
Die lose auf dem Marktplatz stehenden Stühle verleiten dazu, sich in größeren Gruppen zusammen zu finden. Das hat das Ordnungsamt registriert. Um dem vorzubeugen, soll jetzt die Zahl der Stühle reduziert werden. Auch Bistrotische neben den Ständen des Wochenmarktes wird es nicht mehr geben.

Soforthilfeprogramm des Landes
Das Land hat die Soforthilfen des Bundes für Soloselbständige, kleine Unternehmen und Freiberufler jetzt in das eigene, bereits laufende Landesprogramm integriert. Außerdem steht es jetzt auch Betrieben der Forst- und Landwirtschaft offen. Wichtig ist: Wer schon Landeshilfe beantragt hat, muss nicht weiter tätig werden. Bereits vorliegende Anträge werden weiterbearbeitet. Alle Informationen dazu bündelt die städtische Wirtschaftsförderung weiterhin auf ihrer Internetseite.

Aktuelle Informationen gibt es auf der Internetseite der Stadt unter www.wertheim.de/corona.