Schulsozialarbeit wird mehr denn je gebraucht

Wertheimer "Kümmerer" geben Einblick in ihre Arbeit

Das Team der Schulsozialarbeiter in Wertheim (von links): Peter Götz, Susanne Deivel, Elena Wenzel und Stephanie Eck (von links). Es fehlt Caroline Gnango. Foto: Stadt Wertheim

Sie sind „Kümmerer“ und Vertrauenspersonen für Schülerinnen und Schüler, wirken als Bindeglied zwischen Kindern, Lehrern und Familien. An allen weiterführenden und an zwei Grundschulen in Trägerschaft der Stadt Wertheim gibt es Schulsozialarbeiter. In einem Pressegespräch gaben sie nun einen Einblick in ihre Arbeit.

Wie keine andere Kommune in der Region hat die Große Kreisstadt diese wichtige Funktion in ihren Bildungseinrichtungen verankert und im Lauf der Jahre ausgeweitet, stellte Helmut Wießner, Leiter des Fachbereichs 1, zu Beginn fest. „Die Schulsozialarbeit war bisher wichtig und sie wird in Zukunft noch mehr gebraucht“, war er sich mit Matthias Fleischer, Leiter des Referats Bildung und Familie, einig.

Pionier auf dem Gebiet der Schulsozialarbeit ist Peter Götz. Seit 1992 kümmert er sich um die Kinder und Jugendlichen an der heutigen Gemeinschaftsschule. Im Jahr 2009 kam Susanne Deivel an der Comenius Realschule dazu. Stephanie Eck kümmert sich um die Schülerinnen und Schüler am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Caroline Gnango um die an der Otfried-Preußler-Grundschule. Dienstjüngste im Team ist Elena Wenzel, seit 2019 für die Werkrealschule Urphar-Lindelbach und die Grundschule Bestenheid tätig. Schulsozialarbeit ist ein freiwilliges Angebot, das auf Vertrauen basiert, so die Fachleute.

Deshalb wurden im Pressegespräch zwar realitätsnahe, aber doch konstruierte Fallbeispiele vorgestellt. Sie betrafen im Wesentlichen das große Arbeitsfeld der Einzelfallhilfe und Elternarbeit. So schilderte Stephanie Eck die Situation einer bis dahin unauffälligen Siebtklässlerin, die wegen Problemen in einem wichtigen Schulfach zu Hause Stress wegen schlechter werdender Noten bekam. Das Gefühl, dass niemand ihr helfen könne oder wolle, dass sie keine Freunde habe, könne zu Angststörungen bis hin zu Depressionen führen, erläuterte Eck. Wenn ein Kind plötzlich nicht mehr gerne zur Schule geht, könne das mit Problemen mit Mitschülern oder gar der ganzen Klasse, womöglich mit Mobbing, zusammenhängen, machte Susanne Deivel am fiktiven Fall eines Zehnjährigen deutlich.

In den vergangenen Monaten war auch für die Schulsozialarbeiter vieles anders als gewohnt. „Wir waren zwar an den Schulen präsent – aber die Schülerinnen und Schüler waren über einen langen Zeitraum nicht da“, berichtete Peter Götz. Möglichkeiten, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben, gab es trotzdem, etwa über die Lernplattformen an den einzelnen Schulen. In einzelnen Fällen fanden Gespräche vor Ort statt, manchmal gab es auch Hausbesuche. Außerdem habe man die Zeit zum Beispiel genutzt, um das Konzept eines digitalen Elternabends zu erarbeiten, informierte Götz.

„Den Lockdown haben viele Kinder eigentlich ganz gut geschafft“, stellte Stephanie Eck fest. Es sei aber noch zu früh für die Einschätzung, „da kommt nichts mehr nach“, war sie sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen einig. „Die Belastbarkeit der Kinder hat nachgelassen“, hat Susanne Deivel beobachtet. „Wir sind noch nicht durch mit der Pandemie“, mahnte in dem Zusammenhang auch Fachbereichsleiter Wießner.

Weil es manchmal Situationen im Leben gibt, in denen nichts so läuft wie gewünscht oder gedacht, haben die Wertheimer Schulsozialarbeiter eine „Gute-Laune-Mutmach-Tüte“ entwickelt, die von Elena Wenzel präsentiert wurde. Die Tüte enthält ein Brausebonbon „für sprudelnde Sofortenergie“ und Zauberzucker in auf jede Stimmung passenden Farben. Aber auch ein Geduldsfaden ist dabei und ein Luftballon, „damit du auch einmal platzen kannst, wenn es gar nicht mehr anders geht“.

Ansprechpartner

Stadtverwaltung Wertheim
Matthias Fleischer
Telefon 09342 / 301-320
E-Mail-Kontakt
Uwe Schlör-Kempf
Telefon 09342 / 301-310
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