Musikschule ist ein Aushängeschild der Stadt

Begeisterndes Jubiläumskonzert zum 50. Geburtstag

Das Jugendblasorchester unter Leitung von Michael Geiger . Foto: Stadt Wertheim

Im Arkadensaal des Rathauses war kein Platz mehr frei, es mussten sogar noch Stühle herbeigeschafft werden. So viele Gäste waren am Freitagabend gekommen, um gemeinsam mit der Städtischen Musikschule deren 50. Geburtstag zu feiern. Die große Resonanz war der verdiente Lohn für die Leistungen, die in den fünf Jahrzehnten erbracht und die Erfolge, die in dem Zeitraum erspielt und ersungen wurden. Dies und der langanhaltende Applaus, den das Publikum am Ende eines fulminanten Konzertes stehend spendete.

Stefan Blido, der seit 2001 gemeinsam mit seiner Frau Fedra die Einrichtung leitet, nannte in seiner Begrüßung einige der Erfolgsfaktoren und würdigte dabei die jeweils damit verbundenen Personen und Institutionen. Dazu gehörten die Zusammenarbeit mit der Stadt Wertheim, nicht nur aber auch in dem 2003 gegründeten Musikschulrat. „Die Musikschule ist zu einer verlässlichen Partnerin der Stadt geworden, wie auch umgekehrt die Stadt der Musikschule eine zuverlässige Partnerin ist“, sagte er. Unter solchen Vorzeichen könne man sich voll und ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren.

Freude über die gute Entwicklung der Musikschule äußerten (von links) Bürgermeister Wolfgang Stein, Fedra Blido, Kersten Müller vom Landesverband der Musikschulen und Stefan Blido. Foto: Stadt Wertheim

Ohne den Förderverein wiederum, so Blido weiter, „wäre manches in der Musikschularbeit nicht möglich gewesen“. Der Redner wies auf mehr als 50 Kooperationen hin und richtete einen besonderen Gruß an den Elternbeirat als „sehr wichtigen Partner und Unterstützer“. Nicht vergessen wurden natürlich die Lehrerinnen und Lehrer. „Sie leisten hoch qualifizierte Arbeit und geben ihr Wissen und Können engagiert und liebevoll an ihre Schülerinnen und Schüler weiter.“
 
Es sei eine sehr vorausschauende Entscheidung des damaligen Gemeinderates gewesen, dem Vorschlag von Dr. Walther Camerer und dessen Frau Anni zu folgen, und eine kommunale Jugendmusikschule zu gründen, stellte Bürgermeister Wolfgang Stein fest. Er freute sich, wie sein Vorredner, im Publikum Dieter Bender begrüßen zu können, der die Einrichtung mehr als zwei Jahrzehnte lang geleitet hatte. Eine besondere Würdigung erfuhren die heutigen Nachfolger, Fedra und Stefan Blido. „Sie führen die Städtische Musikschule ausgesprochen erfolgreich und haben sie zum Aushängeschild der Stadt gemacht.“

Auftritt der Schülerband beim Jubiläumskonzert im Arkadensaal. Foto: Stadt Wertheim

Auch der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes der Musikschulen Baden-Württemberg, Kersten Müller, bescheinigte dem Jubilar, den Wandel und die Anpassung an die gesellschaftlichen Veränderungen beispielhaft vollzogen zu haben. Sie besitze das Format, die zukünftige Entwicklung der Musikschullandschaft prägend mitzugestalten.
 
Dann folgte das begeisternde Jubiläumskonzert, an dessen Ende – man hätte es kaum passender wählen können – der Abba-Klassiker „Thank you for the Music“ stand. Dass man das Lied nicht nur als „Danke für die Musik“, sondern auch und vor allem als „Danke für die Musikschule“ begriff, das wurde beim frenetischen Applaus deutlich. Der setze ein, kaum dass der letzte Ton verklungen war und wollte schier nicht enden.

Stürmischer Applaus, Bravo-Rufe und Blumen für die Mitwirkenden des Jubiläumskonzerts. Foto: Stadt Wertheim

Unter Regie von Fedra Blido war ein durchaus un- und außergewöhnliches Programm zusammengestellt worden. So erklang zuerst „The River“, ein Lied amerikanischer Ureinwohner, das Sylvia Corinna Rosin arrangiert hat und das mit dem Gesang von Julian Roth, den Trommeln und insbesondere den Blockflöten in den unterschiedlichsten Ausformungen eine ganz eigene, eigenwillige Atmosphäre entfaltete. Schüler, Studenten, Eltern und Lehrkräfte musizierten dabei gemeinsam im Projektorchester unter der Leitung von Marion Lohmann.
 
Auch das Jugendblasorchester unter der Leitung von Michael Geiger wusste mit seiner Liedauswahl und deren Darbietungen zu überzeugen. Es waren zu hören „Supercalifragilisticexpialidocious“ aus „Mary Poppins“, „Funkytown“ und schließlich „Happy“. Begleitet von Evgenija Skripal am Klavier intonierte Julian Roth „Youkali“ von Kurt Weil, das dieser für seine Oper „Marie Gelante“ komponiert hatte und das von der Sehnsucht der Protagonistin nach Ehrlichkeit, Frieden und erwiderter Liebe erzählt.

Mit dem Abba-Klassiker „Thank you for the music“ beschloss die Lehrerband das Konzert im Arkadensaal. Foto: Stadt Wertheim

Etwas Besonderes wurde das Jubiläumskonzert auch durch den wahrscheinlich letzten gemeinsamen Auftritt der Schwestern Antonia und Johanna Ebert. Sie gaben an zwei Klavieren mit Stücken von Anton Arensky und William Bolcom noch einmal eine Kostprobe ihres großen Könnens. Dann folgte der Auftritt der Musikschulband mit der gerade einmal 14-jährigen Nele Schäfer als Sängerin, Leopold Braun am Klavier, Luise Braun am Bass, Schlagzeuger Niklas Breunig und mit Lehrer Hubert Steiner als Gitarrist. Einen Hänger beim Simon & Garfunkel-Evergreen „Sound of Silence“ machte Nele Schäfer bei den nächsten Titeln wieder wett. Wie die junge Frau „No Roots“ von Alice Merton und „Silence“ von Beyoncé interpretierte, war allererste Sahne und zeigte, dass sie eine klasse Sängerin mit einer tollen Stimme ist.
 
Gleiches gilt, mindestens, auch für Sonja Freitag. Gemeinsam mit Gitarrist Hubert Steiner und Bassist Georg Kolb bildete sie die Lehrerband. Das Trio setzte einen fulminanten Schlusspunkt unter das Jubiläumskonzert, der alleine schon die „standing Ovations“ verdient hatte. „Thank you for the Music“. Dem Konzert schloss sich ein geselliges Beisammensein an, für dessen gastfreundliche Bewirtung der Elternbeirat der Musikschule sorgte. Auch das war ein schöner Beitrag zu einem rundum gelungenen Abend.

(created on 24. June 2018)

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