Papiertüten ohne Sichtfenster benutzen

Hilfreiche Tipps für den Gebrauch der Biotonne

Die „Rote Karte“ weist darauf hin, dass die Biotonne falsch befüllt wurde. Was dann zu tun ist, steht auf der Karte. Foto: Abfallwirtschaftsbetrieb Main-Tauber

Aktuelle Entwicklungen, die die Qualität des Bioabfalls betreffen, erläuterte der technische Leiter des Kompostwerks in Würzburg, Karl Dormann, bei einer Betriebsbesichtigung der Belegschaft des Abfallwirtschaftsbetriebs Main-Tauber (AWMT). Wie die AWMT mitteilt, gebe es Dormann zufolge derzeit ein erhöhtes Aufkommen von Papier in der Biotonne, das die Bürger als Alternative für nicht erlaubte Kunststoff- und sogenannte kompostierbare Biomüllbeutel verwenden. 

Diese Beutel sind ungeeignet für die Kompostierung und müssen im Kompostwerk aussortiert werden. Das führt zu erheblichen Mehrkosten. Zudem bleiben unter Umständen Kunststoffpartikel im Kompostmaterial, die nicht verrotten und aus technischen Gründen nicht aussortiert werden können. Die Qualität des Endprodukts wird dadurch wesentlich geschmälert. Deshalb sollte man Bioabfälle in Papiertüten, beispielsweise in Zeitungspapier oder Bäckertüten, einwickeln. Viele Bürger des Main-Tauber-Kreises haben das bereits verinnerlicht.

Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass keine Papiertüten mit „Sichtfenstern“ aus Zellophan verwendet werden. Denn bei Zellophan handelt es sich ebenfalls um einen Kunststoff, der von der Entsorgung über die Biotonne ausgeschlossen ist. Bei der Abholung der Biotonne kann eine falsche Befüllung dazu führen, dass diese reklamiert und die Tonne nicht geleert wird.

Bei Bäckertüten ist zu beachten, dass sie nicht verschlossen werden, zum Beispiel mit Klebeband. Die gefüllten und gebündelten Tüten werden von der Kompostanlage als Fehlwurf bewertet und ausgeschleust. Somit gehen jedes Mal Wertstoffe verloren. Gleiches gilt für dick in Papier eingeschlagene Bioabfälle. Daher sollte Papier nur maßvoll als Umverpackung für Bioabfälle benutzt werden, betonen die Experten. Ebenso sei auf Kartonage und andere Sorten von Papier, wie zum Beispiel Illustrierte und Magazine, zu verzichten. Bioabfalltüten aus Papier können hingegen bedenkenlos verwendet werden.

Weniger Fehlwürfe

Laut AWMT werden diese Hinweise von vielen Bürgern im Main-Tauber-Kreis bereits erfolgreich beachtet. Das wirkt sich auch positiv auf die Fehlwurfquoten des Bioabfalls aus. Dieser Trend wird auch durch den Einsatz des „Mülldetektors“, der seit Anfang April zum Einsatz kommt, gestützt. In zahlreichen Fällen hat er sich als zuverlässig erwiesen. Die verteilte „Rote Karte“ dient dabei mehr als Hinweis und Hilfe bei der Sortierung, denn als öffentlicher Pranger als „Müllsünder“.

Für den richtigen Umgang der Biotonne in der warmen Jahreszeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, um gegen Geruch und Madenbildung vorzubeugen. Um die Ablage der Fliegeneier zu unterbinden, ist es sinnvoll, Bioabfälle mit hohem Wasseranteil, wie etwa Küchenabfälle, in Zeitungspapier zu wickeln und die Tonne nach der Leerung mit zerknülltem Zeitungspapier oder Eierkartons auszukleiden. Auch hier sollten keine Illustrierten oder Kartons benutzt werden. Durch die aufgenommene Feuchtigkeit wird die Geruchsentwicklung vermindert und den Fliegenlarven die Lebensgrundlage erschwert. Die Biotonne sollte möglichst mit geschlossenem Deckel an einem schattigen Platz abgestellt werden. Der Deckel sollte stets sauber gehalten werden. Wenn sich dennoch Maden in der Tonne bilden, gibt es die Möglichkeit der Zugabe von Salz oder Gesteinsmehl in die Biotonne. Beide Stoffe binden Wasser und entziehen den Maden die lebensnotwendige Feuchtigkeit. Vom Einsatz chemischer Hilfsmittel, wie zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Insektizide, raten die Experten unbedingt ab.

Was darf in die Biotonne und was nicht?

Folgende Stoffe sind für die Entsorgung über die Biotonne vorgesehen: Baum-, Strauch- und Heckenschnitt, Rasenschnitt, Obst-, Salat- und Gemüseabfälle, Schnittreste von Blumen und Pflanzen, Schalen von Kartoffeln, Eiern, Nüssen und Früchten, in Papier eingewickelte Speisereste. Ausnahmen sind Fleisch- und Fischreste sowie Knochen und Fischgräten. Diese sind ausnahmslos über die Restmülltonne zu entsorgen und nicht, wie häufig angenommen, über die Biotonne.

Auf der Homepage der AWMT stehen weitere Hinweisblätter zum Thema „Mülltrennung“ als Download bereit.

(created on 11. July 2018)

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