Kommune verbessert Betreuung von Kleinkindern

Kindertagesstätten bekommen mehr Krippenplätze

Die Anlage zwischen dem Kinderhaus Reinhardshof und dessen neuer Außenstelle soll umgestaltet werden. Foto: Stadt Wertheim

In der katholischen Kindertagesstätte St. Venantius und in einer Außenstelle des kommunalen Kinderhauses Reinhardshof entstehen insgesamt 30 neue Krippenplätze. Die baulichen Erweiterungen werden zum neuen Kita-Jahr Anfang September fertig sein. Die Kosten für die beiden Maßnahmen liegen zusammen bei circa 580.000 Euro

Insgesamt werden 70 neue Betreuungsplätze an fünf Kindertagesstätten für Kinder unter drei Jahren geschaffen. Dieser Ausbau der Kinderbetreuung umfasst Investitionen in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro. Die Stadt reagiert damit auf die steigende Kinderzahl in Wertheim, sei es durch Geburten oder auch Zuzug. Immer mehr Eltern vertrauen zudem ihre Kinder immer früher der fachkundigen Betreuung in den 23 Kindertagesstätten auf dem Gebiet der Kommune an.

„Die Entwicklung ist höchst erfreulich“, sagte Bürgermeister Wolfgang Stein am Mittwoch bei einem Vor-Ort-Besuch in den beiden Einrichtungen. „Wir haben uns die Familienfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben und lassen uns gerne daran messen“, betonte er. Bei den Kindern über drei Jahren liegt die Betreuungsquote inzwischen bei 100 Prozent, im Bereich der Betreuung von Kindern bis drei Jahren besuchen jetzt 45 Prozent eine Einrichtung. Der Gemeinderat hatte im Zuge der Kindergartenbedarfsplanung für 2018/19 eine Reihe von Erweiterungsmaßnahmen beschlossen. Das Investitionspaket für den Ausbau der Kinderbetreuung umfasst rund 1,7 Millionen Euro. Den Großteil der Summe schultert mit 1,2 Millionen Euro die Stadt. Der Kinderbetreuung in Wertheim kommt damit auch im Haushalt 2018 wieder ein hoher Stellenwert zu.

Das Geld wird in den Ausbau von fünf Standorten investiert. Neben den beiden oben genannten Erweiterungen soll auch jene im evangelischen Kindergarten in Dertingen bis Anfang September abgeschlossen sein. Zwei weitere Baumaßnahmen im kommunalen Kindergarten in Bettingen und der katholischen Kita St. Elisabeth in Bestenheid haben bereits begonnen. Diese Erweiterungen sollen Anfang 2019 zur Verfügung stehen.

Kita St. Venantius

Zusammen mit weiteren Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Vertretern der Presse sowie den Kita-Leiterinnen und Architekten verschaffte sich Bürgermeister Stein am Mittwoch zunächst einen Eindruck von den Umbauarbeiten in der Kita St. Venantius. Derzeit bietet die Kita Platz für 57 Kinder, darunter auch eine Gruppe mit zehn Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren. Mit dem Umbau des früheren Pfarrsaals im Untergeschoss des Gebäudes kann eine weitere Krippengruppe mit zehn Plätzen hinzukommen. Dafür werden neben zwei Gruppenzimmern auch Schlaf- und Nassräume eingerichtet.

Das Untergeschoss der Kita St. Venantius wird für zusätzliche Krippenplätze umgebaut. Foto: Stadt Wertheim

Wegen des nicht optimalen Unterbaus wird zudem eine Fußbodenheizung eingebaut. „Wir danken der Stadt, dass sie da so gut mitgezogen hat“, sagte Pfarrer Jürgen Banschbach. Am Ende kommen dann die zwei Krippengruppen in dem für sie errichteten Bereich unter. Darüber hinaus soll für die beiden Gruppen eine rund 205 Quadratmeter große Außenspielfläche angelegt werden. Die Kosten für die Maßnahme liegen bei circa 270.000 Euro. Davon übernimmt die Stadt 180.000 Euro. Die katholische Kirche als Träger der Einrichtung steuert einen Anteil von 20.000 Euro bei.

Kinderhaus Reinhardshof

Circa 310.000 Euro kostet die neue Außenstelle des Kinderhauses Reinhardshof. Davon übernimmt mit 170.000 Euro die Stadt den Großteil, 140.000 Euro kommen aus Bundesmitteln. 20 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren werden geschaffen. Die beiden neuen Gruppen werden im Nachbargebäude des Kinderhauses in der John-F.-Kennedy-Straße 10, einem Teil der früheren US-Kaserne, Platz finden. Neben Gruppen- und Schlafräumen mit jeweils angeschlossenen Schlafräumen sowie Toiletten, Wickelraum, Küche, Esszimmer und Personalräume entsteht hier zudem ein Stockwerk höher ein Turnraum. Die Außenanlage soll darüber hinaus ebenfalls neugestaltet und dabei auch ein Verbindungsweg zum bestehenden Spielplatz des Kinderhauses geschaffen werden.

Mit dem gemeinsamen Außenbereich werde das Kinderhaus auf sehr schöne Weise erweitert, freute sich Bürgermeister Wolfgang Stein. „Wir haben individuelle Lösungen gesucht, die wirtschaftlich vertretbar sind und zugleich die pädagogischen Anforderungen erfüllen“, betonte er. Die Architekten der beiden Maßnahmen, Markus Rappert (Kita St. Venantius) sowie Thomas Ludwig (Kinderhaus Reinhardshof), erklärten, dass man bisher sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan liege.

Dank vorausschauender Planung hat die Kommune bislang mögliche Engpässe in der Kinderbetreuung früh erkannt und rechtzeitig darauf reagiert. „Doch mit den bisherigen Anstrengungen ist es noch nicht zu Ende“, betonte der Bürgermeister. Die Verwaltung werde sich weiter mit dem Thema beschäftigen, kündigte Stein an. Man arbeite in enger Abstimmung mit den kirchlichen Trägern daran, das Angebot an Kinderbetreuung wohnortnah, bedarfsgerecht und in guter pädagogischer Qualität weiterzuentwickeln. Bereits im Herbst wird der Gemeinderat dann über die Bedarfsplanung für das Kita-Jahr 2019/20 beraten.

(created on 20. July 2018)

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