Erstmals Polizeischüler öffentlich vereidigt

Premiere für Polizisten-Ausbildung in Wertheim

181 Polizeischüler legten in der Main-Tauber-Halle ihren Diensteid ab. Foto: Stadt Wertheim

Es war eine Premiere für Wertheim: 181 Polizeikommissarsanwärter, darunter 61 Frauen, haben am Freitagvormittag in der Main-Tauber-Halle ihren Diensteid gesprochen. Die Anwärter für den gehobenen Dienst hatten bereits im Juli ihre neunmonatige Vorausbildung an der Hochschule für Polizei auf dem Reinhardshof begonnen. Insgesamt dauert ihre Ausbildung 45 Monate. Neben zahlreichen Gästen aus den Reihen der Polizei Baden-Württemberg, der Politik sowie Freunden und Familienangehörige nahm auch Bürgermeister Wolfgang Stein an der Vereidigungsfeier teil.

„Der Tag der Vereidigung gehört zu den wichtigsten Tagen im Leben eines Polizisten“, sagte der stellvertretende Landespolizeipräsident Dietrich Moser von Filseck in seiner Ansprache. Es seien unverändert viele Menschen bereit, unser Land zu schützen und für Recht und Ordnung zu sorgen, erklärte er. Das sei jedoch leider nicht mehr selbstverständlich, schränkte er zugleich ein. Nichtsdestotrotz: Mit der „größten Einstellungsoffensive“ für den Polizeidienst im Land Baden-Württemberg seien im aktuellen Ausbildungsjahrgang 1800 junge Polizisten neu eingestellt worden. Dabei hätte es sich um eine „Bestenauslese“ gehandelt. Es habe nur jeder vierte Bewerber eine Zusage erhalten, betonte Moser von Filseck.

Der stellvertretende Landespolizeipräsident Dietrich Moser von Filseck hielt eine Ansprache. Foto: Stadt Wertheim

Der stellvertretende Landespolizeipräsident machte die Kommissarsanwärter auf die Bedeutung aufmerksam, die mit dem Tragen der Uniform einhergehe: „Sie haben fortwährend eine Vorbildfunktion - auch als Privatperson.“ Polizeibeamte gehörten zu den Berufsgruppen, denen die Bürger am meisten vertrauen. „Diesem Vertrauen ist Rechnung zu tragen“, betonte Moser von Filseck. Er erklärte, dass die angehenden Polizisten die ausführende Gewalt des Staates nach außen vertreten: „Sie vermitteln Hilfesuchenden Schutz, Ordnungsstörer haben mit konsequenter Verfolgung ihres Vergehens zu rechnen und Gerechtigkeit ist gegenüber jedermann zu üben.“

„Wertheim trägt wieder Uniform“, zitierte Dietrich Moser von Filseck schließlich eine Schlagzeile zur damaligen Nachricht, dass die frühere Polizeiakademie und zwischenzeitliche Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wieder für die Polizistenausbildung reaktiviert wird. Der stellvertretende Landespräsident dankte ausdrücklich der städtischen Bau- und Personalverwaltung für ihren Einsatz beim Umbau der Gebäude: „Wir konnten ohne größeren Zeitverzug mit der Ausbildung beginnen.“ Wenn auch aktuell auf dem Gelände noch weiter gebaut werde, fänden die Polizeischüler eine „adäquate Unterbringung" vor. Nahezu alle Einzugsgebiete in Baden-Württemberg seien nun abgedeckt, hob er einen weiteren Vorteil des Ausbildungsstandorts im Nordwesten des Bundeslands hervor.

Gäste waren unter anderem der Erste Landesbeamte im Main-Tauber-Kreis Ulrich Derpa (von links), Wertheims Bürgermeister Wolfgang Stein und Polizeivizepräsident Jürgen Hirschle. Foto: Stadt Wertheim

Landespolizeidekan Bernhard Metz ging in seiner Ansprache auf „Ankerpunkte“ ein, an die die jungen Kommissarsanwärter sich orientieren und „festmachen“ sollten. Als konkretes Beispiel führte der katholische Seelsorger den ersten Satz des Artikel eins des Grundgesetzes an: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Die Würde mache sich allein am Mensch sein fest. Deshalb gelte sie uneingeschränkt für alle Personen - unabhängig von Merkmalen wie Herkunft, Religion oder Beruf. „Der Mensch steht im Mittelpunkt jeglichen Handelns“, gab Metz zu bedenken.

Polizeikommissarsanwärterin Sophie Greiner sprach schließlich über ihre Motivation, „einen abwechslungsreichen und anspruchsvollen Beruf zu erlernen“. Ihr Ziel sei es, anderen Menschen zu helfen, erklärte die junge Frau. Eine ihrer Aufgaben sieht sie vor allem, „das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken“. Der Polizeiberuf sei nicht einfach, betonte Greiner. „Aber er ist nötiger denn je.“

Der Leiter der Hochschule für Polizei in Wertheim, Polizeioberrat Richard Zorn, übernahm anschließend die Vereidigung der Anwärter. Zum Abschluss spielte das von Stefan R. Halder geleitete Landespolizeiorchester Baden-Württemberg, das die Feier musikalisch umrahmte, die Nationalhymne.

(created on 08. September 2018)

Ansprechpartner

Stadtverwaltung Wertheim
Telefon 09342 / 301-0
Telefax 09342 / 301-500
E-Mail-Kontakt