Die letzten Flüchtlinge verlassen die Erstaufnahme

Schließung zum Monatsende / Neue Dienststelle des RP

Fast menschenleer ist es auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung. Der Höchststand der Belegung war im Oktober 2015 mit 1.100 Flüchtlingen erreicht. Foto: Stadt Wertheim

Es wird leer in der Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Reinhardshof. Die letzten sieben Flüchtlinge werden im Laufe der nächsten Woche verlegt. Auf dem Areal ist der Rückbau in vollem Gang. Am Dienstag haben die Mitarbeiter gebrauchtes Mobiliar für einen Hilfstransport nach Rumänien verladen. Am Samstag wird das große Speisezelt abgebaut. Zum 30. September wird die Erstaufnahmeeinrichtung nach zwei Jahren Betrieb geschlossen. In einer Pressemitteilung zieht das Regierungspräsidium Bilanz und informiert über die künftigen Aufgaben der neuen Dienststelle Wertheim.

Im September 2015 wurde in der ehemaligen Polizeiakademie in Wertheim innerhalb kürzester Zeit eine Notunterkunft für Flüchtlinge errichtet, welche dann am 15. Oktober 2015 den geregelten Betrieb als Erstaufnahmestelle des Landes aufnahm. Seit dieser Zeit haben insgesamt 3.550 Flüchtlinge die Einrichtung durchlaufen. Der Höchststand der Belegung wurde an einigen Tagen im Oktober 2015 erreicht. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort rund 1.100 Flüchtlinge.

Die Räumung der Erstaufnahmeeinrichtung ist in vollem Gang. Gebrauchtes Mobiliar wird für einen Hilfstransport nach Rumänien verladen. Foto: Stadt Wertheim

Seit rund acht Wochen werden die Flüchtlinge nun Zug um Zug aus der Erstaufnahmeeinrichtung verlegt. Bis zum 15. September verlassen auch die noch verbliebenen sieben Flüchtlinge die Einrichtung. „Die Ära der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Wertheim geht zu Ende. Das Bild der verschiedenen Nationen, die friedlich gemeinsam in der Einrichtung nebeneinander leben, wird der Vergangenheit angehören“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer.
 
„Unser herzlicher Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Partnern sowie den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vor Ort für ihren außerordentlichen Einsatz. Wir haben die anspruchsvolle Aufgabe, die sich uns mit dem großen Flüchtlingszuwachs im Herbst 2015 gestellt hat, gemeinsam sehr gut bewältigt“, betont Reimer. Ohne die professionelle und flexible Arbeit der Hilfsorganisationen und der Ehrenamtlichen ab Beginn der Flüchtlingsunterbringung auf dem Reinhardshof, wäre die schnelle Umsetzung der Aufnahme der vielen Geflüchteten und der reibungslose Betrieb der Einrichtung nicht möglich gewesen.

In Gebäude 3 nimmt eine neue Dienststelle des Regierungspräsidiums ihre Arbeit auf. Foto: Stadt Wertheim

Die Restabwicklung der Schließung wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen, so dass ein Teil des bisherigen Personals im Rahmen dieser Tätigkeit noch im Einsatz ist. „Wir freuen uns aber sehr, dass wir für unser dortiges Personal eine langfristige Lösung gefunden haben und auf die künftige Dienststelle Wertheim passende Aufgaben übertagen konnten“, so Reimer. Die neuen Aufgaben liegen im Bereich ‚Steuerung, Verwaltung und Bevölkerungsschutz‘ und ‚Straßenwesen und Verkehr‘.
 
Auch die Durchführung des Landesförderprogramms ‚Integrationsmanagement‘ als Teil des ‚Pakts für Integration‘ gehört zu den neuen Tätigkeitsfeldern der Dienststelle. Diese landesweite Aufgabe wurde vom Ministerium für Soziales und Integration auf das Regierungspräsidium Stuttgart übertragen. „So verbleibt mit dem Förderprogramm zumindest ein Teil der Flüchtlingsarbeit im Bereich Integration bei den Beschäftigten in Wertheim“, erläutert Reimer. Auch bei der Errichtung der neuen Dienststelle zeige sich die hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten in Wertheim, die sie auch während der Zeit der Flüchtlingsunterbringung vielfach unter Beweis stellen mussten.
 
Der bisherige Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung Mirco Göbel wird ab Herbst wieder eine Aufgabe im Schuldienst übernehmen.
 
„Mit der Umsetzung der Standortkonzeption zur Flüchtlingsaufnahme stellt sich das Land flexibel auf und wird dadurch für die unterschiedlichen Herausforderungen in diesem Themenfeld insgesamt gut aufgestellt sein“, wird der Regierungspräsident abschließend zitiert.

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