Warema plant große Ansiedlung in Wertheim

Neubau von Versandzentrum und Produktion

Bürgermeister Wolfgang Stein (vorne rechts) übergab dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Harald Freund die Baugenehmigung für das „Warema Sun Forum“. Mit der Leiterin der Unternehmenskommunikation Lilli Heyer, Wertheims Baudezernent Armin Dattler sowie Wirtschaftsförderer Jürgen Strahlheim hatten sie zuvor die neuesten Ansiedlungspläne der Warema Renkhoff SE vorgestellt. Foto: Stadt Wertheim

Nach dem „Warema Sun Forum“ plant das Unternehmen Warema das nächste – und deutlich größere – Ansiedlungsvorhaben in Wertheim. Ebenfalls im Gewerbegebiet „Almosenberg“ in Wertheim-Bettingen sollen ein neues Versandzentrum und eine Produktionsstätte mit insgesamt 300 Arbeitsplätzen entstehen. Dazu erwirbt das Unternehmen ein 63.000 qm großes Grundstück in unmittelbarer Autobahnnähe. Der Gemeinderat hat dem Grundstücksverkauf in nichtöffentlicher Sitzung am Montagabend zugestimmt. Am Dienstagnachmittag informierten Stadt und Unternehmen über die Planung. Bürgermeister Stein sprach von einem „schönen Weihnachtsgeschenk für Wertheim“.

Die Firma Warema, der europäische Marktführer für technische Sonnenschutzprodukte, ist auf Expansionskurs. Auf der Suche nach einem neuen Standort, der ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten bietet, wurde sie in Wertheim fündig. Im Gewerbegebiet „Almosenberg“ nahe der Autobahn A 3 kann die Stadt Wertheim am „Hymerring“ ein rund 63.000 qm großes voll erschlossenes Grundstück anbieten.

Hier will Warema in einem ersten Bauabschnitt auf einer Teilfläche von 45.000 qm ein neues Versandlager mit rund 200 Arbeitsplätzen errichten. Baubeginn könnte im Herbst 2019 sein und Inbetriebnahme ein Jahr später. Das Investitionsvolumen (ohne Grunderwerb) beläuft sich auf rund 22 Mio. Euro. Das Versandlager wird voraussichtlich über 33 Dockingstationen und rund 45 Lkw-Stellplätze verfügen. Man rechnet mit täglich etwa 90 Lkw-An- und Abfahrten.

In einem zweiten Bauabschnitt plant Warema auf einer Teilfläche von 15.000 qm den Bau einer Produktionsstätte für mechanische Metallbearbeitung und Oberflächentechnik (Pulverbeschichtung). Dafür sieht das Unternehmen eine Investition von weiteren 14,5 Mio. Euro vor.

Insgesamt entstehen so in Wertheim rund 300 zusätzliche Arbeitsplätze, die überwiegende Zahl durch Verlagerung. Denn beim Versandlager und bei der Metallbearbeitung handelt es sich um Unternehmensbereiche, die bislang in Marktheidenfeld untergebracht sind. Der Bereich Pulverbeschichtung käme in Wertheim neu hinzu. In Marktheidenfeld bietet die Innenstadtlage keine Erweiterungsmöglichkeit. Deshalb suchte die Firma Warema, so erläuterte stellvertretender Vorstandsvorsitzender Harald Freund im Pressegespräch, „entlang der Autobahn zwischen Rohrbrunn und Helmstadt“ einen neuen Standort.

„Bestes Gesamtpaket"

Im Gewerbegebiet „Almosenberg“ sollen ein neues Versandzentrum und eine Produktionsstätte der Firma Warema entstehen. Das Grundstück (roter Kreis) umfasst rund 63.000 qm. Foto: Stadt Wertheim

Für Wertheim, erklärte Freund, sprachen mehrere Gründe: Das Grundstück ist vernünftig erreichbar und voll erschlossen, es hat den richtigen Zuschnitt und, weil es „topfeben“ ist, die passende Topographie. Unter dem Strich, so fasste Freund zusammen, „hat Wertheim das beste Gesamtpaket geschnürt.“ Dazu zähle auch das Vertrauen in eine sehr leistungsfähige Verwaltung, das man bei Vorbereitung des „Warema Sun Forums“ gewonnen habe.

Bürgermeister Stein bestätigte, dass man „drei sportliche Monate“ hinter sich habe. Die Vorbereitung der Gemeinderatsentscheidung habe sowohl der Verwaltung als auch dem Unternehmen großen Einsatz abverlangt,  „sonst wären wir nicht so weit gekommen.“

Vor dem einstimmigen Beschluss im Gemeinderat hatte sich auch der Ortschaftsrat Bettingen geschlossen für das Vorhaben ausgesprochen. Die Planungen des Unternehmens stehen im Einklang mit den Festsetzungen des rechtsverbindlichen Bebauungsplans. Deshalb ist Warema zuversichtlich, dass das Baugenehmigungsverfahren zügig läuft. Die Messlatte liegt bei knapp drei Monaten. So lange hat das Genehmigungsverfahren für das „Warema Sun Forum“ gedauert.

Im Rahmen des Pressegesprächs am Dienstag überreichte nun Bürgermeister Stein die Baugenehmigung für das „Warema Sun Forum“ an Harald Freund. Mit dem Bau des neuartigen Showrooms will das Unternehmen im Frühjahr 2019 beginnen. Er ist kombiniert mit einem Bürobereich, in den die jetzt noch in Marktheidenfeld ansässige Vertriebsabteilung für die Region Mitte (rund 40 Beschäftigte) umziehen wird. Dem Verkauf des 7.800 qm großen Grundstücks für dieses Ansiedlungsvorhaben hatte der Gemeinderat bereits im November 2017 zugestimmt. Im September 2018 reichte das Unternehmen dazu den Bauantrag ein und stellte im Oktober im Gemeinderat seine Baupläne vor. Dieses erste Investment der Firma Warema in Wertheim umfasst rund 7 Mio. Euro.

Warema Renkhoff SE

Das Familienunternehmen Warema Renkhoff SE wurde 1955 in Marktheidenfeld von Hans-Wilhelm Renkhoff gegründet. 2001 übernahm die Tochter des Firmengründers. Angelique Renkhoff-Mücke, die Unternehmensleitung. Warema ist Marktführer für technische Sonnenschutzsysteme (Rollladen, Markisen, Raffstore etc.). Die Warema-Gruppe beschäftigt über 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich auf ein internationales Netz von 13 Vertriebsgesellschaften und 20 Standorten verteilen. Der Jahresumsatz lag 2017 bei rund 460 Mio. Euro.

Ansprechpartner

Stadtverwaltung Wertheim
Telefon 09342 / 301-0
Telefax 09342 / 301-500
E-Mail-Kontakt