Renate Gassert zur ersten Ehrenbürgerin ernannt

OB Herrera Torrez: "Sie ist ein leuchtendes Vorbild"

Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez hat Renate Gassert auf Beschluss des Gemeinderates zur Ehrenbürgerin der Stadt Wertheim ernannt Foto: Stadt Wertheim

Renate Gassert ist im Rahmen einer Feierstunde in der Aula Alte Steige zur Ehrenbürgerin der Stadt Wertheim ernannt worden. In seiner Laudatio würdigte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez ihr vielfältiges Engagement unter anderem als Vorsitzende des Stadtteilbeirats Wartberg, im Gemeinderat und Kreistag, aber auch innerhalb der evangelischen Kirche. Besonders hob der Redner Gasserts Leistungen im Bereich der Integration und für Frauen hervor. „Ob sie das nun will oder nicht: Renate Gassert ist ein Vorbild“, betonte Herrera Torrez.

Gleich zu Beginn seiner Rede wies der Oberbürgermeister darauf hin, dass zum ersten Mal in Wertheim einer Frau die Ehrenbürgerwürde zuteilwerde. Im Alter von vier Jahren sei die in Mannheim Geborene nach Wertheim gekommen, wo es mit ihrem Großonkel Hans Bardon und ihrem Großvater Leonhard Karl aber schon starke familiäre Wurzeln gegeben habe. Auf diesen Fundamenten aufbauend sei aus Renate Gassert eine Lehrerin aus Leidenschaft, eine Kommunalpolitikerin mit Herz und Verstand geworden, „ein Mensch, der sich für andere Menschen mit ganzem Herzen einsetzt.“

Kurz ging Herrera Torrez auf Gasserts beruflichen Weg, ihren Einsatz im Stadtteilbeirat Wartberg, im Gemeinderat, dem Kreistag und im Regionalverband Heilbronn-Franken ein, ehe er sich ausführlicher mit ihrem Engagement für Aus- und Übersiedler und für Geflüchtete beschäftigte. Gerade als Bewohnerin des Wartbergs und als langjährige Vorsitzende des Stadtteilbeirates „hat sie die Bereicherung, die eine gelingende Integration bietet, aber auch die Probleme, die eine fehlende oder gescheiterte Integration mit sich bringen, hautnah erlebt“.

Die zweiten Preisträgerinnen im Landeswettbewerb Jugend musiziert, Theresa Genise und Paula Klomp, ernteten viel Beifall für ihre Darbietungen. Foto: Stadt Wertheim

Renate Gassert sei zwar die erste Frau, zumindest seit 200 Jahren, die zur Ehrenbürgerin ernannt werde. Und sie war auch die erste Frau als ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters. „Aber sie hätte den Titel und das Amt nicht gewollt, nur weil sie eine Frau ist“, zeigte sich Herrera Torrez überzeugt. Ob sie es wolle oder nicht, sei sie aber ein Vorbild, gerade auch für viele Frauen. Sie habe Widerstände überwunden und lebe und handle nach ihrem Credo, dass Frauen sich mehr zutrauen sollten.

Bevor er Renate Gassert die Urkunde überreichte und sie offiziell auf Beschluss des Gemeinderates zur Ehrenbürgerin ernannte, verlas der OB einen Brief ihrer Nichte, die in Australien lebt und wegen der Corona-Pandemie nicht nach Wertheim kommen konnte. In berührenden Worten charakterisiert diese darin ihre Tante und ihre persönlichen Beziehungen zueinander.

In die gleiche Richtung sprach Dekanin Wibke Klomp in ihrem Grußwort. Renate Gassert „redet nicht nur, sie handelt. Sie hat ein großes Herz und eine tiefe Liebe zu den Menschen“, sagte Klomp. Für sie sei Gassert vor 15 Jahren die erste Wertheimerin gewesen, der sie begegnet sei, erinnerte die Dekanin an die gemeinsame Arbeit in der Landessynode und vor allem in deren Hauptausschuss. Dort habe sie die nunmehrige Ehrenbürgerin als „präzise, klar, ohne Furcht und mit viel, viel Herz“ kennengelernt. Sie habe „uns Jüngere an die Hand genommen und uns gezeigt, wie Gremienarbeit funktioniert“.

Gemeinsam mit OB Herrera Torrez und dem früheren Oberbürgermeister Professor Stefan Gläser trug sich die neue Ehrenbürgerin in das Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Stadt Wertheim

Für sie sei es im Nachhinein manchmal erstaunlich, welche Bandbreite des Lebens ihr gegeben worden sei, sagte die frischgebackene Ehrenbürgerin. In all den Jahren und in allen Ämtern habe sie viel erfahren und lernen können. Als Frau in überwiegend von Männern besetzten Gremien sei es nicht immer leicht gewesen, räumte Renate Gassert ein, dass es durchaus Zweifel an ihrer Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit gegeben habe. Gleichwohl, „all die vielfältigen Aufgaben haben mir Freude gemacht und neue Sichtweisen gegeben“. Um all das bewältigen zu können, habe es Freunde gebraucht, Wegbegleiter und – auch kritische – Berater. „Ganz besonders aber eine Familie, die zu mir hält, mich unterstützt und aufbaut. Dafür bin ich sehr dankbar."

Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde, die mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und einem Empfang ausklang, von den zweiten Preisträgerinnen im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“, Theresa Genise und Paula Klomp. Sie traten als Solistinnen und im Duett auf und erhielten viel verdienten Beifall für ihre Darbietungen.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung hatten vor Betreten der Aula einen Nachweis vorgelegt, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind, um den Corona-Bestimmungen Folge zu leisten.

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