Matrosen helfen Wertheimer Hospizdienst

Einnahmen aus Verkaufsaktion gespendet

Eine Spende zugunsten des Malteser Hospizdiensts nahm Gabriele Mümpfer (vierte von links) am Montag von Hauptbootsmann Stephan Karl (sechster von rechts) und Bürgermeister Wolfgang Stein (fünfter von rechts) an. Foto: Stadt Wertheim

Eine Spende in Höhe von 2000 Euro zugunsten des Malteser Hospizdiensts St. Veronika in Wertheim haben am Montagvormittag im Rathaushof Bürgermeister Wolfgang Stein und Hauptbootsmann Stephan Karl übergeben. Eine Abordnung des Wertheimer Patenschiffs, des Tenders „Main“, hatte am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt Getränke für den guten Zweck verkauft.

„Wir sind stolz auf euch“, sagte Bürgermeister Stein an die Marinesoldaten gerichtet. Die neun Mann starke Truppe hatten von Donnerstag bis Sonntag auf dem Marktplatz Flensburger Bier und das Modegetränk Hugo verkauft. Dabei hätten die Marinesoldaten „richtig rangeklotzt“, bemerkte der Bürgermeister anerkennend. Den bereits beachtlichen Erlös habe die Stadt Wertheim „noch ein bisschen aufgerundet“, so Stein.

Für die Koordinatorin des Hospiz- und Palliativdiensts der Malteser in Wertheim, Gabriele Mümpfer, sei der Geldsegen wie ein Besuch vom Christkind. „Es freut uns wirklich sehr“, sagte sie. Der Hospizverein müsse sich durch einen erheblichen Teil aus Spenden finanzieren. Das vorweihnachtliche Geschenk werde man für vermeintlich kleine, aber notwendige Dinge verwenden, zum Beispiel für ein Spray zur Mundbefeuchtung.

Seit 1963 in Freundschaft verbunden

„Wir werden immer so gut aufgenommen“, betonte Hauptbootsmann Stephan Karl und verband damit „einen großen Dank“ an die Stadt und die Gastfamilien. Dass seit Beginn der Partnerschaft vor 55 Jahren die Verbindung mit den Seeleuten des Tenders nachhaltig gewachsen ist, hängt nicht zuletzt mit den Wertheimer Gastfamilien zusammen. Das beweisen etwa Kurt und Marlene Schuon. Seit 1967 beherbergt das Ehepaar „ihre“ Matrosen. Im Gegenzug haben sie es selbst auch schon einmal auf das Patenschiff geschafft. Ein unvergessliches Erlebnis, erinnerte sich Kurt Schuon.

Seit inzwischen sieben Jahren hat auch Tochter Sonja Flicker regelmäßig Seeleute zu Gast. „Es wird einem in die Wiege gelegt“, sagte sie schmunzelnd. „Ein Bett und Frühstück“, mehr bräuchten die „total pflegeleichten“ Soldaten nicht. Vielmehr würden sich diese freuen, dass sie so Familienanschluss hätten und nicht im Hotel untergebracht seien, erklärte Sonja Flicker. „Es ist eine gute Tat, die nicht viel kostet.“

Die Marinesoldaten fühlten sich sichtlich wohl in Wertheim und wollen deshalb bald wieder die Main-Tauber-Tauber-Stadt besuchen kommen, betonte Hauptbootsmann Stephan Karl. Für die Besatzungsmitglieder geht es zuerst zunächst zurück nach Eckernförde und dann in den Weihnachtsurlaub. Der Tender selbst befinde sich gegenwärtig in der Werft. Wann es die nächste Möglichkeit für einen Besuch gebe, sei noch offen, so Karl. Aber: „Zur Michaelismesse kommen wir natürlich auf jeden Fall.“

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