Glasmuseum vermittelt die uralte Kunst der Destillation

Workshops zur Gewinnung von Heilmitteln und Kosmetik

Die Kunst der Destillation von Pflanzenwässern kann man in einem Workshop im Glasmuseum lernen. Foto: Glasmuseum / Leonie Sittler

Das Glasmuseum Wertheim bietet im März und im August drei Workshops an, die sich mit der uralten Kunst der Destillation und des Seifensiedens beschäftigen. Damit will das Glasmuseum auf die Bedeutung der gläsernen Laborgeräte hinweisen, mit denen bereits die Alchimisten der Antike beim Herstellen von Heilmitteln, Düften und Tinkturen gearbeitet haben. Glas ist durchsichtig, beständig gegenüber Säuren und Laugen, hygienisch, geschmacks- und geruchsneutral. Diese Vorzüge des Materials Glas gegenüber anderen Materialien führten letztendlich zur Entwicklung der Wertheimer Laborindustrie und deren Bedeutung für Chemie, Medizin, Wissenschaft und Technik.

Alle drei Workshops leitet Leoni Sittler aus Hafenlohr. Sie ist staatlich geprüfte Masseurin und medizinische Bademeisterin, Aromatherapeutin in Ausbildung und geprüfte Kräuterführerin. Ihr Wissen um Pflanzenstoffe vermittelt sie ganz im Sinne des griechischen Arztes Hippokrates: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und Eure Heilmittel sollen Eure Nahrungsmittel sein.“
 
Im ersten Workshop „Herstellung von Pflanzenwässern“ am 23. März (Anmeldung bis 15. Februar) geht es darum, dass Pflanzen nicht nur als Nahrungsmittel Verwendung finden, sondern ihre wertvollen Substanzen auch für den medizinischen und kosmetischen Bereich nutzbar sind. Leoni Sittler zeigt, wie man Kräuter destilliert. Duftwässer (Hydrolat) mit ihren Inhaltsstoffen haben eine ähnliche Wirkung wie ätherische Öle – sie sind nur viel milder. Schwerpunkt des Workshops das Herstellen von Pflanzenwasser, um es im kosmetischen Bereich zu verarbeiten.
 
Der zweite Workshop „Naturkosmetik herstellen“ am 24. März (Anmeldung bis 15. Februar) beschäftigt sich mit der Herstellung natürlicher Kosmetika wie Badebomben, Gesichtscremes oder der Lippenpflege. Leoni Sittler stellt mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedliche Öle her, vor allem solche, die zur Heil- und Schönheitspflege verwendet werden können.
 
Im dritten Workshop am 30./31. August geht es um die Kunst des „Seifensiedens“ (Anmeldung bis 15. Juni). Jeder Teilnehmer kreiert verschiedene Seifenstücke mit Wirkstoffen, Farben, Düften nach eigener Wahl. Zuvor bespricht Leoni Sittler die Auswahl der Öle und Fette bei der Herstellung von Seifen und erklärt, warum die Qualität der Rohstoffe so wichtig ist. Beim Seifensieden gelten, da mit Lauge gearbeitet wird, besondere Sicherheitsvorkehrungen. Deshalb ist eine Teilnahme erst ab 16 Jahren möglich.

Weitere Informationen zu den Workshops gibt es auf der Internetseite des Glasmuseums unter www.glasmuseum-wertheim.de. Anmeldungen nimmt das Glasmuseum unter Telefon 09342/6866 oder per E-Mail: info@glasmuseum-wertheim.de entgegen.

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