Der „Wertheimer Held“ hat viele Gesichter

Kampagne Lokalheld setzt die Einzelhändler in Szene

Die Kampagne stellten (v.l.) Bürgermeister Wolfgang Stein, Christian Schlager und Bernd Maack im Rathaus vor. Foto: Stadt Wertheim

Immer mehr Konsumenten kaufen über das Internet ein. Das hat Auswirkungen auf den realen Einzelhandel vor Ort und auf die Lebensqualität der Heimatregion. Diesen Zusammenhang soll die Kampagne „Lokalhelden“ deutlich machen, die der Verein Stadtmarketing Wertheim und die Stadt Wertheim gemeinsam umsetzen. In einem Pressegespräch im Rathaus stellte Bürgermeister Wolfgang Stein das Projekt gemeinsam mit den Initiatoren Bernd Maack, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, und Christian Schlager, Innenstadtmanager, vor.

„Wir müssen unsere Stärken herausstellen, wir haben in der Innenstadt viel, mit dem man wuchern kann. Wir haben hier viele Lokalhelden, viele Facetten.“, sagte Bürgermeister Stein. Das Foto-Projekt will dem Handel ein Gesicht geben und Konsumenten für die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen sensibilisieren. Dazu wurden rund 30 Wertheimer Einzelhändler und Innenstadtakteure auf witzige und manchmal auch provozierende Weise in Szene gesetzt. Die Botschaft der Kampagne „Lokalhelden“ lautet: Wer vor Ort einkauft, trägt zum Erhalt einer lebendigen Innenstadt bei und hat zudem noch ganz persönliche Vorteile. Beim Wertheimer StadtErlebnis am 27. April betreten die Lokalhelden erstmals die Bühne. An diesem Tag ist der Hashtag #lokalheldenwertheim auch über die Sozialen Medien auf Instagram erreichbar.

Originelle Ideen lenken Aufmerksamkeit auf die Aktion „Lokalhelden“, hier das Roxy Kino.

Im Non-Food-Bereich werden heute bereits ein Viertel aller Einkäufe online getätigt. Die Tendenz ist steigend. Darunter leidet der lokale Einzelhandel bundesweit. Wenn ein Geschäft schließt, ist es nicht mehr selbstverständlich, dass ein Nachfolger bereitsteht. Arbeits- und Ausbildungsplätze fallen weg, die Attraktivität der Innenstädte leidet. „Wir sind die Thematik aber positiv angegangen und wollen herausstellen: Was bietet die Stadt?“, erläuterte Bernd Maack das klare Ziel.

Mit Image- und Sympathiekampagnen wie z.B. „buy local“, "Lass den Klick in Deiner Stadt" oder „Heimat shoppen“ werden bundesweit Kampagnen gestartet mit dem Ziel, Konsumenten für die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen zu sensibilisieren. Diese haben konkrete Auswirkungen auf die Lebensqualität in ihrer eigenen Region. Ein funktionierender Einzelhandel ist maßgeblich für die Attraktivität und Beständigkeit einer Innenstadt.

Lokalhelden Wertheim

Auch der Stadtmarketingverein Wertheim hat sich als Vertreter des Wertheimer Einzelhandels intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Auf der Basis bestehender Kampagnen wie z.B. „Buy local“ entstand das Konzept des "Local Hero / Lokalhelden". Zunächst dachte man daran, eine (grafische) Figur stellvertretend für den Einzelhandel zu kreieren. Daraus entwickelte sich der Gedanke, dass der „Wertheimer Held“ nicht eine Figur ist, sondern viele Gesichter hat – wie Wertheim selbst. So wurde aus der grafischen Figur ein Foto-Projekt, bei dem Innenstadtmanager Christian Schlager rund 30 verschiedene Einzelhändler und Innenstadtakteure auf witzige und manchmal vielleicht auch provokative Weise in Szene gesetzt hat.

Ein Beispiel für eine provokative Inszenierung des Lokalhelden Ballweg & Maack - Die Brillenmacher

Zielsetzung der Kampagne

  • Sie macht darauf aufmerksam, dass es in Wertheim noch einen intakten, lebendigen Einzelhandel gibt.
  • Sie sensibilisiert: Durch eine bewusste Kaufentscheidung beim lokalen Handel tragen die Bewohner in Wertheim und Umgebung zum Erhalt einer lebendigen Innenstadt bei und haben darüber hinaus noch ganz persönliche Vorteile und Nutzen. Die „Lokalhelden“-Kampagne soll auch zeigen, wie attraktiv reale Geschäfte sind und wieviel Service sie tatsächlich bieten – oft mehr als Online-Shops.
  • Die Kampagne verweist einerseits auf Angebote, Dienst- und Serviceleistungen vor Ort, anderseits mobilisiert und stärkt sie das Wir-Gefühl der lokalen Akteure.

Auch Irritation („was ist/soll das?“) ist gewollt und beabsichtigt. Eine Kampagne, die nicht bemerkt und über die nicht gesprochen wird, hätte ihr Ziel verfehlt.

In Szene gesetzt wurde auch das Eiscafé Boutique.
  • Die Porträts werden im Rahmen eines zeitlich begrenzten Kunstprojekts etwa zwei Monate (beginnend mit der Veranstaltung Wertheimer StadtErlebnis am 27. April) in der Wertheimer Innenstadt auf- und ausgestellt.
  • Alle Motive jeweils im Format DIN A1 oder A0 (auf passenden Aluminium-Trägern, sogenannten Kundenstoppern) sind vor den teilnehmenden Einrichtungen oder gerahmt in den Schaufenstern zu sehen.
  • Einzelne Motive sollen als großformatige Banner an verschiedenen markanten Punkten positioniert/gehängt werden.
  • Auch in den Stadtteilen/Ortschaften sollen die Plakate platziert werden.
  • Das Projekt wird zusätzlich über die sozialen Netzwerke (Facebook und Instagram) bespielt (Geschäfte werden vorgestellt / Kurzportraits)
  • Einzelhändler schalten Anzeigen mit den einzelnen Fotomotiven in den beiden Tageszeitungen über mehrere Wochen hinweg;
  • Die Einzelhändler setzen die Fotomotive auf ihren Internetseiten ein und verbreiten sie über ihre Social-Media-Kanäle.
  • Merchandising: T-Shirts werden mit ausgewählten Fotomotiven (z.B. Engel vom Engelsbrunnen) bedruckt.
  • Die Wertheim-Card wird es in einer Lokalhelden-Edition geben.

Das Thema „Lokalhelden Wertheim“ ist über die Ausstellung hinaus auf einen längeren Zeitraum angelegt. „Auch ein Zustieg von weiteren interessierten Geschäften ist weiterhin möglich.“, fügte Schlager an.

Anhang:
Sechs Gründe für den Einkauf in Wertheim (49 KB)

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