Lesestart für Flüchtlingskinder

Ehrenamtliche für neues Projekt gesucht

Copyright "Stiftung Lesen", Andreas Steinbrecher

Lesen und Vorlesen, das Erzählen von Geschichten und das Erleben der deutschen Sprache sind für Flüchtlingsfamilien wichtige Hilfestellungen zur Integration und zur Orientierung in unserem Land. Deshalb hat die Stiftung Lesen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das dreijährige Programm „Lesestart für Flüchtlingskinder“ gestartet. Es zielt speziell auf Kinder in Erstaufnahmeeinrichtungen und soll nun auch in Wertheim umgesetzt werden. Dazu werden noch ehrenamtliche Lesepatinnen und –paten gesucht.

Künftig erhalten Kinder bis fünf Jahre in Erstaufnahmeeinrichtungen ein Lesestart-Set mit einem altersgerechten Buch. Allen Erstaufnahmeeinrichtungen stellt die Stiftung Lesen darüber hinaus in jedem Programmjahr eine Lese- und Medienbox für die Arbeit mit Kindern bis zwölf Jahren zur Verfügung. Flankiert werden diese Maßnahmen durch ein Seminar-Angebot für ehrenamtliche Vorlesepaten und Freiwillige in Erstaufnahmeeinrichtungen, um die Zusammenarbeit von regionalen Akteuren der Leseförderung mit den Erstaufnahmeeinrichtungen zu unterstützen. Für das Programm stellt das Bundesbildungsministerium in den nächsten drei Jahren 2,2 Millionen Euro bereit.

„Wir stehen vor der großen Aufgabe, viele hunderttausend Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen und sie zügig zu integrieren. Integration durch Bildung ist ein wichtiger Schlüssel hierzu. Erstaufnahmeeinrichtungen sind für viele geflüchtete Familien der Ausgangspunkt für ihr Leben in Deutschland. Deshalb setzen wir hier an und vermitteln mit den Lesestart-Sets und regelmäßigen Vorleseangeboten erste Zugänge zu Sprache und Bildung“, sagte Bundesbildungsministerin Wanka bei Vorstellung des Programms im Dezember.

Die Umsetzung in Wertheim nehmen gemeinsam die Stadtbücherei Wertheim und Martina Ducqué als Multiplikatorin der Stiftung Lesen in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk in die Hand. Vorgesehen ist, dass ehrenamtliche Lesepatinnen und Lesepaten ein- bis zweimal im Monat etwa zweistündige Lese- und Erzählaktionen anbieten. Es soll sich um ein ergänzendes Angebot zur Kinderbetreuung in der Lea handeln und entweder in den Räumen der Michaelskirche oder im künftigen Begegnungscafé – der ehemaligen Polizeikantine – stattfinden.

Dazu werden Lesepaten gesucht, die Freude am Vorlesen und am gemeinsamen Spiel mit Kindern haben. Sie müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Die notwendigen Materialien werden von der Stiftung Lesen zur Verfügung gestellt. Den Lesepaten wird eine etwa vierstündige Schulung angeboten, die die Grundlagen für den Umgang mit den Materialien vermittelt. Die Schulung findet etwa Mitte März statt, der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Wer an der Umsetzung mitwirken will, setzt sich mit Ansprechpartner Alex Schuck vom Diakonischen Werk in Verbindung, Telefon 09342/900-130, E-Mail: alex.schuck@diakonie.ekiba.de. Er sammelt die Kontaktdaten der Interessierten, die dann alle zu einem Auftakttreffen eingeladen werden.

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