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Wertheimer Burg BesichtigungSommerhalbjahr: Vorübergehende witterungsbedingte Sperrungen sind möglich. Auskunft unter BurggaststätteTelefon 09342 / 913238
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Führungen und Besichtungsanlage Burg
Der Besichtigungsbereich der Burganlage ist komplett mit Textbeschreibungen ausgeschildert. Die Geschichte des gesamten Burgensembles ist gegen Zahlung von 1 Euro zu bestaunen.
Die Fremdenverkehrsgesellschaft bietet seit 2011 neben den Stadtführungen auch öffentliche Burgführungen an. Jeden Sonntag in der Saison um 14.30 Uhr an der Stiftskirche kann zum Preis von 3,50 Euro pro Person am Rundgang teilgenommen werden.
Rundgang auf der Burg wertheim
Burgeingang, Neues Archiv
Der heutige Burgeingang mit den beiden Türmen wurde vermutlich im 15. Jahrhundert errichtet. Unter Karl Thomas Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort wird 1742-45 das sogenannte Neue Archiv gebaut, das mit seinen stuckierten Festsälen auch als "Bevedere" genutzt wurde. Gleichzeitig wurden die beiden Türme erhöht und erhielten ihre charakteristischen barocken Dachhauben. An Stelle einer Holzkonstruktion (wohl Zugbrücke) wurde 1785 die steinerne Brücke gebaut.
Brunnen
Der innere Durchmesser des Brunnens beträgt 1,8 m. Die erste wasserführende Schicht liegt bei 18 Meter. Der Mainspiegel liegt noch weitere 42 Meter tiefer (bei 60 Meter). Ob der Brunnen einst so tief war, ist nicht bekannt.
Holderturm
Der Holderturm wurde in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Er schützte und sicherte das nordöstliche Vorfeld.
Zehnringturm
Der sogenannte Zehnringturm wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts als Vorwerk zur Verteidigung und Bestreichung des zum Main führenden Vorfelds errichtet. Seinen Namen hat er von den zehn Eisenringen an seiner Brüstung, die zum Befestigen von Strohballen und Holzbalken dienten, die die Wirkung auftreffender Kugeln abmildern sollten. Zehnringturm und Oberes Bollwerk waren im Verteidigungsfall selbstständige Fortifikationsanlagen.
Oberes Bollwerk
Das Obere Bollwerk wurde zum Schutz der Ostseite Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet und galt mit seinen mächtigen, fünf Meter starken Mauern und den drei runden, turmartigen Verstärkungen als bedeutende Neuerung im deutschen Burgenbau.
Unteres Bollwerk
Auch dieses Vorwerk wurde Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet und diente zur Sicherung des südlichen Vorfelds. Damals gab es eine Brückenverbindung zu einem Turm an der Südecke des jetzigen Löwensteiner Baus, von dem heute lediglich noch das Fundament erhalten geblieben ist.
Achteckturm
Der Achteckturm, die sogenannte Schnecke, wurde 1562 während der umfangreichen Umbauarbeiten unter Graf Ludwig zu Stolberg Königstein-Wertheim an die wesentlich ältere Palasfront angebaut. Das prächtige Renaissanceportal enthält eine Wappentafel mit dem Stolberg-Wertheim´schen und dem Wied-Runkel´schen Wappen.
Palas
Nach dem Saalbau (sog. "Kernenate"), dessen Reste man nördlich findet, ist der Palas der wohl älteste Bau. Ursprünglich hatte er ein Erdgeschoss, zwei hohe Obergeschosse und ein Dachgeschoss. Von den staufischen Fenstern mit Dreipassbogen (Mitte 13. Jahrhundert) sind nur der Mittelpfeiler mit Knospenkapitel sowie die vor etwa hundert Jahren freigelegten Dreipass-Fenster erhalten - die eingebrochenen Rechteckfenster sind ein Ergebnis späterer Umbauten. Im Inneren der Ruine haben sich noch Reste von Kaminen und Deckenkonstruktionen aus dem 16. Jahrhundert erhalten.
Bergfried
Der Sockel (7,2 x 7,2 Meter) des aus charakteristischen Buckelquadern errichteten staufischen Bergfrieds wurde später ummantelt. Die Kragsteine am Turm weisen auf einen überdachten Wehr- und Beobachtungsgang hin.
Altane
Die Altane wurde Anfang des 16. Jahrhunderts als einzigartige Wehrgalerie errichtet. Die erste Stadtmauer wurde dazu erhöht und mit vier hohen Stützpfeilern verstärkt. Nach Süden hat die Altane eine Brüstung mit Gewehrscharten, zur Stadtseite hin eine spätgotische Brüstung mit Fischblasenmaßwerk (Umbauten 1629).
Löwensteiner Bau
Graf Ludwig I. von Löwenstein-Wertheim errichtete um 1600 den sogenannten Löwensteiner Bau. Dieser an der südwestlichen Ecke gelegene Bau wurde 1619 durch eine Pulverexplosion zerstört, aber 1622-27 teilweise mit hellen Wohnräumen und einem Stall für 16 Pferde im Untergeschoss wiederhergestellt.
Johannsturm
Der Treppenturm (sogenannte Johannsschnecke) wurde unter Graf Johann II. errichtet und erschloss den links angrenzenden, heute zerstörten Kanzleibau. 1506-12 wurde er von Graf Michael II. umgebaut. Hier befindet sich die erste erhaltene Bauinschrift mit dem Wertheim-Breuberger Wappen und den Jahreszahlen 1506 und 1509.
Weißer Turm
Der Weiße Turm wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Bau der westlichen Vormauer errichtet. Hier hing die Feuerglocke. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde der weiße Turm umgebaut, und seitdem befand sich darin die Wohnung des Wächters.